Kostenoptimierung ist in jedem Unternehmen eine permanente Querschnittsaufgabe. Die regelmäßige Anpassung des betrieblichen Versicherungsportfolios gehört selbstverständlich dazu. Denn Versicherungen kosten Geld, die das Unternehmen Monat für Monat erst erwirtschaften muss. Und ein kritischer Blick auf alle Kostenarten ist immer angebracht. Doch bevor man als etabliertes oder Start-up-Unternehmen hier den Rotstift ansetzt, sollte man vor einer Entscheidung für oder gegen eine vorhandene Versicherung oder einen Neuabschluss eine individuelle Risikoabwägung vornehmen, welchen Schutz die Versicherung dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern zu welchen Kosten bietet. Denn eins ist klar: Die Betriebshaftpflichtversicherung ist eine Muss-Versicherung!

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Ohne Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) haftet das Unternehmen

Es ist eine Binsenweisheit: Nur wer nichts tut, macht keine Fehler! Die Mitarbeiter eines Unternehmens machen hin und wieder Fehler, die im Worst-Case beim Kunden zu erheblichen Schäden führen können. Das kann ein Versehen sein, etwa wenn ein Malergeselle bei Renovierungsarbeiten eine wertvolle Vase in der Kundenwohnung umstößt und dann eine Rechnung über 1.000 Euro in den Firmenbriefkasten flattert. Gravierender sind aber von Angestellten verursachte Personenschäden, zum Beispiel durch den Treppensturz einen Kunden, ausgelöst durch einen vom Monteur mangelhaft befestigten Handlauf, denn hier summieren sich Behandlungskosten, Schmerzensgelder und ggf. Rentenzahlungen oft zu Gesamtschadenssummen, die in die Hunderttausende Euro gehen. Solche Regress-Summen gefährden schnell die Existenz auch erfolgreicher Betriebe, von Start-up-Firmen ganz zu schweigen. Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste können dann die weitreichenden Folgen für Unternehmer und Mitarbeiter sein.

Denn in Deutschland sagt der Paragraph 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), dass derjenige, der einen Schaden verursacht, voll umfänglich schadensersatzpflichtig ist. Das bedeutet, es gibt keine Haftungsgrenze nach oben. Das gilt für Privatpersonen wie für Unternehmen wie GmbH’s oder GbR’s, aber auch Einzelunternehmer oder Freiberufler. Umso erstaunlicher, dass der Gesetzgeber nur bei wenigen Berufsgruppen eine Betriebshaftpflichtversicherung verbindlich vorschreibt.

Für alte Firmenhasen gehört die BHV deshalb selbstverständlich ins Versicherungsportfolio als Teil des betrieblichen Risikomanagements. Von Start-up-Unternehmen werden die Haftungsrisiken oft unterschätzt, eine BHV entsprechend gar nicht abgeschlossen oder nicht optimal an die betrieblichen Haftungsrisiken angepasst. Eine Risikounterschätzung, die im Schadensfall das Unternehmen und auch den Unternehmer existenziell bedrohen kann.

Was macht die BHV im Schadensfall?

Die Betriebshaftpflichtversicherung prüft bei einem angemeldeten Schaden zunächst einmal, ob überhaupt ein Schaden vorliegt und ob dieser Schaden durch schuldhaftes Verhalten des Betriebes bzw. seiner Mitarbeiter verursacht worden ist. Ergibt diese Prüfung, dass der Anspruch auf Schadensersatz gerechtfertigt und der entstandene Schaden auch durch den Versicherungsvertrag abgedeckt ist, so begleicht die Versicherungsgesellschaft den Schaden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme.

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Ergibt die (versicherungs-) rechtliche Prüfung, dass die Versicherungsgesellschaft die Schadensersatzforderungen unbegründet sind, so weist sie diese zurück. Kommt es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung, so übernimmt sie für das versicherte Unternehmen die anfallenden Kosten für Rechtsvertretungen, eventuelle Gutachten und Gerichtsgebühren.

Die BHV schützt also ihre versicherten Unternehmen doppelt: Sie agiert einerseits wie eine Rechtsschutzversicherung und bietet rechtliche Prüfungen und somit Schutz vor ungerechtfertigten Schadensersatzforderungen. Anderseits regelt sie als Haftpflichtversicherung die Abwicklung gerechtfertigter Schadensersatzforderungen geschädigter Dritter.

Die BHV: Gut und günstig gegen Schadensersatzansprüche versichern

Generell ist es im Interesse eines jeden Betriebes, alle bestehenden Versicherungsverträge regelmäßig auf ihre Passgenauigkeit und ihr Preis-Leistungs-Verhältnis zu überprüfen. Nur so hat das Unternehmensmanagement immer den vollen Überblick über seinen aktuellen Versicherungsschutz, die damit verbundenen Beitragskosten und kann ggf. durch Versicherungsanpassungen Kosten reduzieren – bei gleichem Versicherungsschutz.

Im Netz findet sich eine Vielzahl von Versicherungsunternehmen, die BHV’s anbieten. Da hier wie bei allen Versicherungen der Teufel im Detail steckt, kann das Internet nur eine allererste Information über die BHV, deren Kosten und Anbieter bieten. Eine sorgfältige Risikoanalyse des Unternehmens, die daraus resultierende Versicherungssumme und die Suche nach dem passenden Versicherungsanbieter mit den besten Konditionen sollten die Unternehmensleitungen immer in Zusammenarbeit mit einem professionellen Versicherungsberater durchführen. Das spart Zeit, Nerven und Geld!

Worauf man als Unternehmer bei einer BHV achten sollte!

Liegt bereits ein BHV-Altvertrag vor, so sollten die versicherten Risiken überprüft und ggf. angepasst werden. Das Risikoprofil eines Unternehmens verändert sich im Laufe der Zeit: Einst versicherte Risiken sind nicht mehr relevant, neue Risiken sind hinzugekommen, die es wirksam zu versichern gilt. Eine entsprechende Anpassung, etwa die Aufnahme neuer Haftungsrisiken, die Veränderung der Versicherungssumme oder ein Tarifwechsel innerhalb des Altvertrages, sorgt für den optimalen betrieblichen Versicherungsschutz.

Mit dem richtigen Versicherungsberater an seiner Seite kann der Betrieb bei Neuverträgen, auch bei einem evtl. notwendigen Anbieterwechsel, genau die BHV-Versicherung abschließen, die exakt auf die betrieblichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Und das zu maximal reduzierten Kosten bei vollem Versicherungsschutz.

Der heutige Gastartikel stammt von Bastian Michel, der mit seinen Kollegen seit mehr als 10 Jahren Unternehmer in Versicherungsfragen berät. Mit den Seiten www.betriebshaftpflicht-vergleich.biz und www.sigun.de hilft er Selbstständigen Haftungsrisiken, die durch Ihre unternehmerische Tätigkeit entstehen, zu minimieren.