REITs © designer491Das heutige Thema erfreut sich seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Es soll in diesem Artikel um REITs gehen. Dies sind Aktiengesellschaften die im Immobiliengeschäft tätig sind und mitunter eine sehr attraktive Dividende ausschütten. Und wer an Immobilien denkt, wird gerade im Freundes- und Bekanntenkreis sehr schnell feststellen, dass Immobilien in Deutschland (auch Betongold genannt) einen sehr hohen Stellenwert haben.

Das Eigenheim gilt hierzulande als Investition in die Zukunft und ist weitaus beliebter als Sparpläne oder gar unsere beliebten Dividendenaktien. Auch wenn vielerorts in Deutschland von Enteignung gesprochen wird und hier gerade die Immobilienbesitzer mit mehreren Einheiten in den Fokus rücken, so befassen wir uns ungeachtet dessen heute trotzdem mit REITs und damit einer sehr interessanten und alternativen Investment-Möglichkeit.

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Weltweit spielen Immobilien in jedem Wirtschaftssektor eine große Rolle. Schließlich sind Gebäude sowie auch der Grund selbst eine Ware die ihren Wert hat. Und so gibt es gerade für Anleger unterschiedlichste Möglichkeiten an Immobilien zu partizipieren. Je mehr Einheiten unter einem Dach verwaltet werden, desto größer sind entsprechende Gesellschaften und so unterschiedlich können auch deren Gesellschaftsformen sein. So gibt es neben bekannten Wohnungsbau-Gesellschaften auch börsennotierte Immobilien-Gesellschaften. Und diese börsennotierten Gesellschaften schauen wir uns heute näher an, denn nur hier kommt der Börsenhandel sowie eine mögliche Dividendenzahlung ins Spiel.

Hohe Kapitalbindung und Verschuldung sind häufig eine Einstiegshürde

Bei finanziell freien oder auch wirklich reichen Menschen fällt oft auf, dass sie sehr häufig in Immobilien investiert sind und mit dem Vermieten ihrer Objekte ihr Vermögen aufgebaut haben. Aber wie haben sie angefangen? Im Großen oder im Kleinen? Wirklich lohnenswert wird das Ganze erst später, wenn man statt ein oder zwei Einheiten, das Geschäftsmodell im großen Stil aufzieht. So macht es Sinn hier mit Fremdkapital zu arbeiten und den Eigenanteil so gering wie möglich zu halten. Die Beteiligung an sehr vielen Einheiten bringt ein deutlich geringeres Risiko und mit Blick auf die Erträge auch eine deutlich niedrigere Volatilität. Großer Besitz braucht allerdings auch meist ein großes Investment und Manpower für die Verwaltung. Wer so im Kleinen anfängt, erreicht mit der Zeit ein sehr hohes Volumen in seinem Immobilienportfolio.

Nicht jeder sieht sich allerdings gerade zu Beginn als großer Investor. Viele Menschen haben gar keine Möglichkeit sich mit ihrem finanziellen Polster eine eigene Immobilie zu finanzieren. Nur die wenigsten haben die finanziellen Reserven ein Immobilien-Schnäppchen aus der eigenen Tasche zu zahlen oder zu finanzieren – wenn sie denn überhaupt in der Lage sind ein passendes Objekt zu finden. Viel häufiger wird der Kauf einer Immobilie zur lebenslangen Hängepartie zwischen Himmel-hoch-jauchzend und zu-Tode-betrübt-sein. Der psychische Druck kann hier enorm sein. Der Gedanke aus diesem Grund keine eigene Immobilie zu kaufen ist unter diesen Bedingungen vollkommen nachvollziehbar.

Dabei gibt es auch andere Möglichkeiten in Immobilien zu investieren, ohne sich dabei verschulden oder im Detail um die Verwaltung kümmern zu müssen. Die Chancen und Risiken können praktisch Millimetergenau konfiguriert werden, sodass die eigenen finanzielle Situation perfekt abgebildet werden kann. Und da kommt dann die Börse ins Spiel.

REITs – Aktien Gesellschaften mit steuerlichen Vorteilen

Die Abkürzung REIT entstammt dem Englischen und steht für Real Estate Investment Trusts. Das in Deutschland und Europa weitestgehend unbekannte Konzept ist in den USA weitaus fortschrittlicher. Dort sind diese Gesellschaften so strukturiert, dass ihre Anteile an der Börse gehandelt werden können. Zusätzlich profitieren die Gesellschaften von einer bestimmten Steuerfreiheit, auf die ich später noch eingehen werden. Zusammen mit einer garantierten Ausschüttungsquote ergibt dies ein überaus attraktives Rendite-Modell. In erster Linie für Investoren die ihren Fokus auf Income, also Erträge legen.

Hohe Renditen bei Immobilien-Gesellschaften klingen wie eine Cash-Cow, die sich unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zu einer zuverlässigen Einnahmequelle entwickeln können. Nicht umsonst sind die amerikanischen und kanadischen REITs beliebte Anlageformen für die Altersvorsorge der Bevölkerung.

Was ist ein REIT überhaupt?

Die englische Bezeichnung Real Estate Investment Trust erklärt bereits, dass es sich um eine Gesellschaft handelt, deren Hauptaugenmerk auf dem Immobiliengeschäft liegt. Dabei entfällt auf den Besitz und die Verwaltung der größte Beschäftigungsanteil. Die Ausgestaltung der Begrifflichkeiten „Immobilie“, „Besitz“ und „Verwaltung“ ist dann allerdings sehr weit. Von daher möchte ich mich darauf konzentrieren, dass diese Gesellschaften börsennotiert sind.

Der größte Teil der heute notierten REITs haben ihren Sitz in den USA oder in Kanada. Europa, Asien und Australien spielen in der globalen Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich auch dort das Konzept weiter etabliert und die Anzahl der börsennotierten REITs zunimmt. Betrachtet man die Marktkapitalisierung aller REITs, dann liegt der Anteil der REITs außerhalb der amerikanischen Nordhälfte, nur im einstelligen Bereich.

Bei den Geschäftstätigkeiten von REITs wird ihnen weitestgehend freie Hand gelassen. Amerikanische und kanadische REITs können grundsätzlich weltweit Immobilien kaufen, verwalten und auch wieder verkaufen, ebenso wie es europäische REITs können. Als Anlageform für die Altersvorsorge verfügen die amerikanischen Trusts aber über riesige Investitionssummen, die es ihnen ermöglichen ein globales Portfolio zu unterhalten.

Unbegrenzte Möglichkeiten bei REITs durch Fremdkapital?

Real Estate Investment Trusts finanzieren sich grundsätzlich durch Eigenkapitel und Fremdkapital. Mit einem zunehmend hohen Anteil von Fremdkapital steigt allerdings auch das Risiko in verschiedenen Bereiche wie den Zinsen, der Bonität und unter Umständen auch Währungsschwankungen. Um als REIT zu gelten und von steuerlichen Vorteilen partizipieren zu können sind hier enge Grenzen im Gesetz verankert, die das Fremdkapital-Risiko entsprechend minimieren.

In Deutschland beispielsweise darf der Fremdkapital-Anteil nicht höher als 55 % des Gesamtvermögens betragen. Dagegen ist die Fremdkapitalquote in den USA nicht geregelt und somit auch frei in der Ausschöpfung. Je nach Staat und gewählter Rechtsform ergeben sich so verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Möglichkeiten.

Ein REIT kann sich beispielsweise auch an der Finanzierung eines externen Projektes beteiligen und leiht somit nur einen Geldbetrag, erhält dafür aber entsprechend Zinsen. An der Immobilie selbst ist der REIT dann nicht beteiligt, sodass man hier von einem sogenannten Swapping-Geschäft spricht. Swapping, da die Immobilie über einen Kredit einer anderen Gesellschaft finanziert wird, was für die eine Seite eine Investition und für die andere eine Kreditverbindlichkeit bedeutet.

Verschiedene Arten von REITs

Aufgrund der Fremdkapitalquote sowie des grundlegenden Geschäftsmodells, unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen von REITs:

Mortgage-REIT
Diese REIT-Form investiert vornehmlich in Immobilien-Kredite. Die namentliche Kennung kommt hier aus dem Amerikanischen, wo Hypothekendarlehen als „Mortgage Loans“ wörtlich übersetzt werden. Der Schwerpunkt liegt hier also nicht im Besitz und Verwaltung von Immobilien, was die Struktur des REITs entsprechend verschlankt.

Equity-REIT
Die Begrifflichkeit Equity wird mit Eigenkapital übersetzt und ist hinlänglich aus dem Lesen von Bilanzen bekannt. Equity-REITs investieren vorzugsweise in eigene Immobilien und verwalten ihren eigenen Bestand. Das gesamte Investmentvermögen wird aktiv am Immobilienmarkt platziert und verwendet, was gleichzeitig auch die typische Form der meisten REITs ist.

Hybrid-REIT
Ausnahmen bestätigen die Regel und so gibt es auch eine Reihe von REITs, die sowohl in Immobilienkredite als auch eigene Immobilien investieren und das Trust-Vermögen so verzinsen. Da beide Anlageformen genutzt werden, bezeichnet man sie als sogenannte Hybrid-REITs, die weder der einen noch der anderen Form eindeutig zuordenbar sind.

Abhängig von den jeweiligen Landesgesetzen dürfen die REIT-Gesellschaften in unterschiedliche Immobilien investieren. So sind vor allem gewerbliche Immobilien wie Einzelhandelsflächen, Logistikareale oder auch Bürokomplexe die typischen Anlagegüter. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, dass die Flächen auch bebaut sind, weshalb auch Farm- und Agrarflächen grundsätzlich im Besitz eines REITs gehalten werden können. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Investitionsobjekte, die es den REITs ermöglichen ihr Portfolio breit zu diversifizieren und das Risiko so zu minimieren.

Interessante steuerliche Vorteile für REITs

In vielen Ländern sind die Real Estate Investment Trust von der Körperschaftssteuer befreit. Dieser Vorteil ist jedoch an entsprechende Restriktionen gebunden. In Deutschland sind diese Voraussetzungen im REITG (Gesetz über deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen) in der jeweils aktuellsten Fassung festgehalten. Für den interessierten Anleger qualifiziert sich ein REIT für die Steuerbefreiung durch die Einhaltung folgender Punkte:

  • die Voraussetzungen für einen REIT sind vollständig erfüllt; geregelt in den § 8 bis § 15 REITG
  • die Beteiligungshöchstgrenze von 10 % wird nach § 16 Absatz 2 eingehalten
  • das unbewegliche REIT-Vermögen beträgt mindestens 75 % des Gesamtvermögens
  • die Bruttoerträge werden zu mindestens 75 % aus Vermietung, Verpachtung und Veräußerung erwirtschaftetMeine private Depot Performance
  • der erwirtschaftete Überschuss muss zu mindestens 90 % an die Anteilseigner ausgeschüttet werden
  • weitere (weniger spannende) Einschränkungen nach § 16 Absatz 6 ff. REITG

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/reitg/BJNR091410007.html

Hält der REIT diese Restriktionen im Wirtschaftsjahr ein, ist die Gesellschaft entsprechend von der Körperschaftssteuer und teilweise auch von der Gewerbesteuer befreit. Diese werden dann im Rahmen der Einkommenssteuer vom Anleger geleistet, die er auf die ausgeschütteten Dividenden leisten muss.

Gerade die Mindestausschüttung von 90 % der Erträge, lässt bei vielen REITs attraktive Dividenden zu die sich jenseits der 6 %-Marke bewegen. Je nach wirtschaftlichem Schwerpunkt, Größe und Wirtschaftslage können diese auch im zweistelligen Prozentbereich liegen.

Beachte die Quellensteuer und Doppel-Besteuerungs-Abkommen

Wie schon erwähnt sind deutsche und europäische REITs vergleichsweise klein. Dennoch bieten sie natürlich die Chance sehr unkompliziert Dividende, ohne jegliche Quellensteuer zu erhalten. Ferner sind die großen REITs aus den USA sehr interessant für europäische Anleger, da hier die ausgeschüttenden Gewinne in Form der Dividende zwar die Quellensteuer einbehalten, aber mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet werden kann.

Andere REITs aus beispielsweise Frankreich, Kanada oder auch dem asiatischen Raum können hier bei der steuerlichen Betrachtung Nachteile haben, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte. Sehr gerne empfehle ich euch an der Stelle das Buch Geldanlage in REITs: Mit börsennotierten Beteiligungen zum globalen Immobilienportfolio von meinem Freund, Kollegen und absoluten REIT-Experten Luis Pazos. Neben seiner Autorentätigkeit betreibt er mit nurbaresistwahres auch den ersten deutschen Finanzblog zu den Themen REITs und Hochdividenden Aktien.

Luis betrachtet dort in aller Tiefe jegliche Details der verschiedenen REIT-Formen und -Konstrukte. Er kennt auch alle eventuellen Fallstricke, die sich für einen europäischen Investor auftun können. Sein Blog ist daher eine absolute Empfehlung für REIT-Interessierte.

Die größten REITs im kurzen Überblick

Um einen kurzen Markteindruck zu erhalten werde ich hier die jeweils größten REITs vorstellen, die es meiner Meinung nach verdient haben genannt zu werden. Dabei orientiere ich mich vorzugsweise an der Marktkapitalisierung als Messgröße. Diese kann sich jedoch abhängig vom Gesamtmarkt sowie eventuellen Währungsschwankungen sehr schnell verändern, weshalb ich hier nur eine Momentaufnahme machen kann.

Public Storage – Symbol: PSA | ISIN: US74460D1090 | WKN: 867609

größte REITs: Public Storage - Symbol: PSA | ISIN: US74460D1090 | WKN: 867609An erster Stelle ist hier der REIT Public Storage zu nennen, der im S&P 500 gelistet ist. Er ist mit rund 30 Milliarden Euro am Markt kapitalisiert und gehört zu den Schwergewichten der Branche. Seine Gewinne erzielt Public Storage vor allem mit dem Betrieb von sogenannten Self-Storage-Lagern in den USA und Europa. Bei diesem (bei uns weniger verbreiteten) Konzept werden Lagerräume für alle Arten von staufähigen Gütern angeboten, die sowohl von Geschäftsleuten für Waren und Maschinen aber auch von Privatleuten für Umzugskartons oder ähnliches genutzt werden können.

Gegründet wurde der REIT 1972 und verfügt heute eigenen Angaben nach über 142 Millionen Quadratmeter Lagerfläche, die von mehr als einer Million Kunden genutzt wird. Die Dividende wird quartalsweise ausgeschüttet und betrug zuletzt rund 4%.
Hier kommst du zum TraderFox Profil von Public Storage

Equinix – Symbol: EQIX | ISIN: US29444U7000 | WKN: A14M21

größte REITs: Equinix - Symbol: EQIX | ISIN: US29444U7000 | WKN: A14M21Die Digitalisierung braucht vor allem Speicherplatz und Rechenleistung. Genau in diesem Bereich hat sich der zweite REIT in der Runde platziert und betreibt heute über 200 Rechenzentren weltweit. Equinix hat eine Marktkapitalisierung von rund 26 Milliarden Euro.

Auch in Deutschland ist Equinix tätig und betreibt Rechenzentren in Düsseldorf, München und Frankfurt. Die Dividende wird gleichermaßen quartalsweise gezahlt und betrug zuletzt 2,5%.
Hier kommst du zum TraderFox Profil von Equinix

Welltower – Symbol: WELL | ISIN: US95040Q1040 | WKN: A1409D

größte REITs: Welltower - Symbol: WELL | ISIN: US95040Q1040 | WKN: A1409DAuch der dritte REIT den ich euch vorstellen möchte ist ein amerikanischer REIT. Das Unternehmen Welltower betreibt 1.300 Pflege- und Wohnheime. Gegründet wurde der REIT 1970 mit einem Vermögen von 800.000 US-Dollar. Heute beträgt die Marktkapitalisierung rund 24 Milliarden Euro. Die Dividenden-Rendite liegt bei rund 5% und sie wird quartalsweise ausgeschüttet.

Welltower gehört in den Bereich der Healthcare-Firmen und unterhält eigene Einrichtungen und kooperiert ebenso mit anderen Unternehmen. Zum Portfolio gehören zudem auch Beteiligungen an ähnlichen Konzepten.
Hier kommst du zum TraderFox Profil von Welltower

Unibail-Rodamco-Westfield – Symbol: URW | ISIN: FR0013326246 | WKN: A2JH5S

größte REITs: Unibail-Rodamco-Westfield - Symbol: URW | ISIN: FR0013326246 | WKN: A2JH5SMit Unibail-Rodamco-Westfield findet sich auf dem vierten Platz und einer Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden Euro der erste europäische REIT. Er hat seinen Sitz in Frankreich und ist auf die Unterhaltung und Vermietung von Einkaufszentren spezialisiert. Weit über 100 Einkaufszentren gehören in das Portfolio und sorgen für eine attraktive Rendite von rund 6%. Die Gewinne bzw. die Dividende wird allerdings typisch europäisch nur jährlich ausgeschüttet, was den REIT für die amerikanischen Zwecke des regelmäßigen Monatseinkommen weniger attraktiv macht.
Hier kommst du zum TraderFox Profil von Unibail-Rodamco-Westfield

Wie sicher sind börsengehandelte REITs?

Auch hier gilt, dass die Rendite die Abwägung zwischen Risiko und Chance ist. Das spezielle steuerliche Konstrukt jedoch erhöht im Falle der REITs die Dividende für den Anleger. Gleichzeitig gilt das Geschäftsmodell mit Immobilien wohl hinlänglich als vergleichsweise sicher. Das gute Betongold ist vergleichsweise krisensicher und hat die vergangenen Wirtschaftskrisen und Börsencrashs immer gut überdauert.

Es wäre falsch an der Stelle zu sagen, dass die Anlageform der REITs vollkommen risikofrei ist. Das Geschäftsmodell mit der Verwaltung von Immobilien jedoch ist vermutlich risikoärmer als bei einem Einzelhändler oder Industrieunternehmen.

Zudem ergibt sich aufgrund der Größe vieler REITs einen Kostenvorteil gegenüber selbst finanzierten Immobilien. Einerseits erhalten die REITs sehr wahrscheinlich weitaus bessere Kreditkonditionen als eine Privatperson, was bereits einige Prozentpunkte bei den Kreditverbindlichkeiten ausmachen wird. Zudem wird die Verwaltung der Immobilien mit einem immer größer werdenden Portfolio deutlich kosteneffizienter.

REITs bieten von daher den perfekten Einstieg in den Immobilienmarkt für die Anleger, die aus finanziellen oder persönlichen Gründen nicht in eigene Immobilien investieren wollen. So kann sich jeder einen ganz individuellen Bestand an Immobilien zulegen und an den regelmäßigen Erträgen partizipieren.

Bewertung von REITs?

Alle an der Börse gehandelten Wertpapiere, unterliegen entsprechenden Zugangsvoraussetzungen für den Börsenhandel. Hier gibt es bei den REITs keinen Unterschied, da sie grundsätzlich von jedem Anleger an den Börsen kaufbar sind. Im Zuge der Zulassung als REIT-Gesellschaft muss ein Anbieter sogar sicherstellen, dass sich eine ausreichende Anzahl von Aktien im freien Umlauf befindet. Nur so besteht eine ausreichende Liquidität.

Die Marktkapitalisierung eines REIT ergibt sich somit aus der Multiplikation der Anzahl der Anteilsscheine und dem Börsenkurs – wie bei jeder anderen Aktie auch. Der Börsenkurs selbst unterliegt (wie am Aktienmarkt üblich) dem Zusammenspiel der Marktgegebenheiten sowie der entsprechenden Nachfrage durch Anleger. Um jedoch einen REIT zu bewerten, ist ein weiterer Wert notwendig. So wie sich der Börsenwert einer Aktie von Siemens oder Nestlé voneinander unterscheidet, werden REITs mithilfe des sogenannten Net Asset Value, kurz NAV, bewertet.

Der NAV entspricht im übertragenen Sinne der Bilanzsumme eines Unternehmens und spiegelt übersetzt den Nettowert alle Inventarwerte wider. So wie eine Siemens-Aktie heute von einigen Anlegern mithilfe des Unternehmenswertes geteilt durch die Anzahl der Anteilsscheine bewertet wird, so ist dies bei den REITs mithilfe der NAV-Kennzahl möglich. So lässt sich herausfinden, ob der aktuelle Börsenkurs über, auf oder unter dem Buchwert je Anteilsschein liegt. Im Listing des Dividenden-Alarms verwenden wir unter anderem auch diese Kennzahl, um festzustellen ob ein REIT ein Kaufsignal oder auch Verkaufssignal ausgebildet hat.

Was unterscheidet einen REIT von einem Fonds ?

Grundsätzlich sind sich Immobilienfonds und REITs auf den ersten Blick sehr ähnlich. Beide verwalten auf die eine oder andere Art verschiedene Immobilien und generieren entsprechende Erträge aus der Vermietung, Verpachtung und dem Verkauf von Immobilien und Flächen. Immobilienfonds sind jedoch nur selten börsennotiert und frei handelbar, was einer der wesentlichen Merkmale eines REITs ist. Damit sind REITs einfacher für Privatanleger handelbar.

Fonds aus dem Immobilienbereich verlangen zudem häufig eine Mindesteinlage, damit Privatanleger entsprechend an einem Fonds partizipieren können. Ein gleichermaßen wichtiger Unterschied, vor allem in der Kostenbetrachtung, sind die Einstiegskosten sowie die laufenden Kosten. Hier unterliegen REITs dem offenen Wettbewerb und somit einer entsprechenden Beachtung der Kostenstruktur. Immobilienfonds verlangen in der Regel eine jährliche Kostenpauschale ihrer Anleger, unabhängig von der eigentlichen Performance.

Hier bieten Investition in REITs einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber geschlossenen Immobilienfonds, da bei einem REIT Ausgabeaufschläge und jährliche Verwaltungsgebühren weitaus niedriger ausfallen. Zusätzlich fallen nur noch die bekannten Handelsgebühren der Depotbank an.

Welche Risiken bestehen bei einem REIT?

Oder anders gefragt: Wann sollte man von einem Investment absehen?

Die Rendite einer Anlage hängt immer vom Risiko ab. Je höher die Rendite, desto höher ist auch gleichzeitig das Risiko. Selbstverständlich gilt dieser Grundsatz auch für REITs. So sind Investitionen in Hypothekendarlehen mit einem höheren finanziellen Risiko versehen, als der Leerstand einer oder mehrerer Einheiten innerhalb des gesamten Immobilien-Portfolios.

Je höher also der Anteil an Kreditinvestitionen in einem REIT ist, desto höher ist das Risiko des Investments. Wie eingangs erwähnt rentieren Mortgage-REITs einige Prozentpunkte höher als Equity-REITs, da sie ihren Schwerpunkt der Investition in Hypothekendarlehen haben. Aber auch hier lässt sich das Risiko einer REIT-Gesellschaft durch eine breite Diversifikation minimieren, sodass es kein KO-Kriterium sein sollte, dass der Mortgage-REIT vornehmlich in Kredite investiert.

Wie so häufig ist vor allem die eigene Risikofreudigkeit sowie die langfristige Anlagestrategie des Anlegers mit entscheidend. In einem ausgewogenen und gut diversifizierten REIT-Portfolio sollten sich daher sowohl Equity-REITs als auch Mortgage-REITs wiederfinden.
Neben der Abdeckung einen großen Teils der konventionellen Immobilien-Landschaft führt die breite Investition in unterschiedliche REIT-Arten auch zu einer gesunden Diversifizierung.

Auch bei REITs spielt die Marktkapitalisierung eine wichtige Rolle. Während die US-REITs mehr als die Hälfte der weltweiten Marktkapitalisierung ausmachen, spielen die europäischen REITs hier nur eine nachgelagerte Rolle. Noch weniger bedeutend ist der Fokus auf rein deutsche REITs. Ihr Anteil am Gesamtmarkt liegt bei wenigen Prozentpunkten. Insofern sollte man beim Investieren in REITs vom Home Bias wegkommen und unter Berücksichtigung der individuellen Besteuerung der Dividendenerträge, breit am Markt investieren.

Wie kann man in REITs investieren?

REITs sind börsennotierte Unternehmen, die folglich mindestens an ihrer Heimatbörse handelbar sind. Der Zugang zu handelbaren REITs ist somit für Aktionäre grundsätzlich möglich. Es reicht also mittels ISIN, WKN oder dem Symbol eines REITs, ganz normal beim Broker nach dem Wertpapier zu suchen.

Public Storage – Symbol: PSA | ISIN: US74460D1090 | WKN: 867609
Beim Aufbau eines REIT-Portfolios kommt es auf die Auswahl der richtigen REITs an. Entscheidend sind hier neben der eigenen Risikofreudigkeit auch verschiedene Bewertungsfaktoren, Kennzahlen und auch das eigentliche Geschäftsmodell des REITs. Aufgrund ihrer Gesellschaftsstruktur und trotz einer hohen Ausschüttungsquote punkten REITs mit einer guten Kursstabilität.

REITs sind von ihrer Gesellschaftsstruktur her nicht darauf ausgelegt, massive Kursgewinne zu generieren. Die Generierung von kontinuierlichen und stabilen Erträgen sowie deren Ausschüttung stehen im Vordergrund. Steigen allerdings die Bewertungen der Immobilien gesamtwirtschaftlich gesehen stark an, so profitieren auch die REITs davon.

Vielmehr sind REITs für Einkommensinvestoren geeignet, die sich ein weiteres solides Ertragsstandbein aufbauen wollen. Aufgrund der zuletzt kontinuierlichen Nachfrage nach REITs, habe ich bereits begonnen die ersten Unternehmen in die Liste der Dividenden-Alarm Aktien mit aufzunehmen. in der Liste der Dividenden-Alarm Aktien sind REITs mit einem ° markiert. Mit der Eingabe dieses Zeichen in das Suchfeld der Tabelle, listest du dir alle Reits auf.

TABELLE AKTUELLE REITs

Auf der Bearbeitungsliste stehen zudem weitere REITs die nun nach und nach genau unter die Lupe genommen und dann auch mit aufgenommen werden. Dividenden-Alarm Mitglieder dürfen mir gern ihre aufzunehmenden REITs Vorschläge zusenden.

Achtung bei der Auswahl des Brokers beim Kauf von REITs!

Luis Pazos, seines Zeichen der REITs Experte, warnt in seinem Buch davor unbedacht REITs zu kaufen. Die Begrifflichkeit der REITs ist in Deutschland noch gänzlich unbekannt. Folglich haben die deutschen und europäischen Depotbanken und Broker noch keinen wirklichen Fokus auf diese Wertpapiere gelegt. Bei der Umsetzung deiner REIT-Strategie solltest du unbedingt die Verfügbarkeit der Titel sowie die Kosten deines Brokers berücksichtigen.

Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass viele REITs bei den meisten Depotbanken gar nicht erst handelbar sind oder aber die Kosten dafür extrem hoch sind. Ob die Depotbanken hier ihre Konditionen zukünftig nachbessern werden und ob REITs auch in Deutschland einen höheren Stellenwert bei Kleinanlegern erhalten werden, steht in den Sternen.

Depot VergleichsrechnerDas Konzept und Geschäftsmodell von REITs ist aber überzeugend, sodass viele Investoren hier auf ausländische Depotbanken umschwenken, bei denen REITs problemlos handelbar sind.

Allerdings bieten die Consorsbank (inklusive bis zu 5.000 Euro Depotübertrags Prämie), die ING Diba sowie auch CapTrader (absolut niedrige Ordergebühren) heute schon für deutsche Aktionäre die Möglichkeit in REITs zu investieren. Dennoch ist die Auswahl nicht vollständig, sodass es schwierig werden könnte das Wunsch-Portfolio bei nur einer Depotbank abzubilden. Hier bietet es sich an, für die eigene REIT-Strategie mit mehreren Brokern zu arbeiten.

Möchtest du allgemein die Broker am Markt mit deinem Depot vergleichen, dann lohnt sich ein kostenloser Depotvergleich. Diesen findest du entweder mit einem Klick auf den kleinen Banner rechts oder über diesen Link.

REITs sind die flexiblere und ertragsstärkere Option in Immobilien zu invstieren

In den Medien ist vielfach zu lesen, dass die Aktienquote in Deutschland seit Jahren auf einem sehr geringen Niveau ist. Der Vergleich zielt hier vor allem auf den amerikanischen Raum. Hier werden Dividenden Aktien speziell als Rentenvorsorge oder Zusatzeinkommen von fast der Hälfte der Bürger gehalten. Es wäre wünschenswert, wenn wir in Deutschland auch eine derart starke Ausprägung erreichen könnte.

REITs bieten vor allem den Anlegern eine große Chance, die sich aus finanziellen oder persönlichen Gründen nicht an das Thema der eigenen Immobilie herantrauen. Dies ist durchaus nachvollziehbar, da ein großes Klumpenrisiko in Verbindung mit einer riesigen Schuldverschreibung zu tragen ist. Auch wenn aktuell historisch niedrige Zinsen locken, so sind die Kaufpreise mehr als unerschwinglich geworden. Wer dennoch von der Anlageklasse der Immobilien überzeugt ist, kann mit REITs zukünftig in breiter Form vom Immobilienmarkt profitieren. So kann man sich ganz individuell auf bestimmte Themengebiete konzentrieren, sein Invest sehr genau konfigurieren und ohne organisatorischen Aufwand von den hohen und kontinuierlichen Erträgen partizipieren.

Die hohe, vorgeschrieben Ausschüttungsquote sowie das vergleichsweise krisensichere Geschäftsmodell machen REITs zu einem interessanten Investment-Case. Gerade mit Blick auf den Aufbau einer Income-Strategie. REITs sind weniger für Kursspekulationen geeignet, da sich ihr Wert nicht aus eigener Kraft maßgeblich erhöhen kann. Um das eigene Risiko zu minimieren, sollte eine REIT-Strategie breit aufgestellt sein und je nach Risiko-Level nur einen kleinen Teil hochspekulativer Mortgage-REITs beinhalten. Mit einem durchdachten Setup steht den zukünftig fließenden Dividenden-Erträgen dann nichts mehr im Weg.