Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Der Finanzrocker Daniel Korth im InterviewBeim Thema Finanzen und Podcast da gibts eigentlich nur sehr wenige Protagonisten die sofort beim Namen genannt werden. So gehört Daniel Korth vom Finanzrocker-Podcast, zu den ersten Podcastern aus unserem Genre. Zusammen mit unserem Kollegen Albert Warnecke betreibt er zudem noch einen weiteren Podcast (Der Finanzwesir rockt) und er erreicht mittlerweile über 1 Million Zuhörer im Jahr. Und weil er mit seinem Finanzrocker-Podcast seit fast 5 Jahren on Air ist, hat er damit begonnen seine Selbstständigkeit auszubauen und arbeitet nicht mehr in Vollzeit in seinem bisherigen Job.

In unserer heutigen Interview-Folge geht es natürlich auch um Daniels Dividenden. So verrät er uns zum Beispiel, dass er dank Sportwetten, Rasenmähern und teurem Starbucks-Kaffee mittlerweile stattliche Dividendenerträge erzielt. Neben seinem breit aufgestellten Portfolio erwirtschaftet er aber mit einer ganz anderen Assetklasse Jahr für Jahr hohe Wachstumsraten.

In der Vergangenheit war ich bereits 2x zu Gast in Daniels Finanzrocker Podcast. Wenn du möchtest, kannst du dir die beiden Folgen hier anhören oder auch durchlesen:

06.09.2017: Alex Fischer vom Dividenden-Alarm im Interview – Leben in finanzieller Freiheit
11.09.2019: Reisen in der finanziellen Freiheit – Interview mit Alex Fischer vom original Dividenden-Alarm

Heute nun, ist Daniel mal zu Gast in meiner Interviewreihe und wir sind wie immer ein wenig von den eigentlichen Themen abgedriftet (diverse Einzelaktien, Lars Wrobbel, das Reisen, seine Zukunft bis zur Rente uvm.). Daher kann ich euch die Audio-Version ebenso empfehlen, wie das verschriftlichte Interview. An der ein oder anderen Stelle gab es kurzzeitig ein schwaches Microsignal, was aber nicht weiter störend ist. Sollte euch die Podcast Folge mit Daniel gefallen haben, dann würde ich mich sehr über eine Bewertung bei iTunes freuen. Nun wünsche ich euch viel Spaß mit Daniels Interview.

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Let´s Rock, Daniel. Stell dich als Gast doch bitte kurz meinen Lesern den Finanzrocker vor, wenn der Großteil dich sicherlich auch schon kennen wird.

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Mein Name ist Daniel Korth, ich bin 39 Jahre alt und betreibe seit 2015 den Finanzrocker-Blog und –Podcast sowie den Podcast Der Finanzwesir rockt mit meinem geschätzten Bloggerkollegen Albert Warnecke zusammen. Damit erreiche ich mittlerweile über 300.000 Menschen im Monat. Hauptberuflich arbeite ich im Kommunikationsbereich einer Hochschule, arbeite mittlerweile aber nur 2,5 Tage pro Woche in meinem Hauptjob. Der erste Schritt zur Selbstständigkeit ist also gemacht.

Warst du schon immer von Finanzen fasziniert oder hast du dich erst später dafür interessiert?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Bis zu meinem 33. Lebensjahr hatte ich mit Finanzen nichts am Hut. Vermögensbildung hat mich nicht groß interessiert. Ich bin am Ende des Monats immer bei Null herausgekommen und konnte mir einmal im Jahr einen Pauschalurlaub leisten. Dann fing ich an, mich mit Börse und Finanzen zu beschäftigen, gründete meinen Blog und Podcast und seitdem arbeite ich daran mir mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit, Dividenden und Zinsen einen monatlichen Cashflow aufzubauen.

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Mit deinem Projekt Finanzrocker hast du ja eine Wende in deinem Leben eingeläutet. Was hat sich seit dem verändert?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Ich habe 2013 angefangen, mich selbst um mein Vermögen zu kümmern. Damals hatte ich ein klaffendes Minus durch Minderperformance, Abschlussprovisionen und Desinteresse angesammelt. Seitdem habe ich mein Vermögen mehr als verzehnfacht.

Das Projekt Finanzrocker mit den Büchern und dem Finanzrocker-Podcast hat daran einen entscheidenden Anteil, da sich meine Gesamteinnahmen über die Jahre mehr als verdoppelt haben. Ich habe dank der Erfahrungen als Blogger einen neuen, besser bezahlten Job bekommen, generiere darüber hinaus ein gutes Einkommen mit Blog, Podcast und den Büchern und habe enorm viel gelernt. Hätte mir das jemand vor 6 Jahren gesagt, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Nun arbeite ich bei meinem Arbeitgeber nur noch 50 % und widme mich verstärkt der eigenen Selbstständigkeit.

Vermögensaufbau bedeutet ja auch das Aufteilen auf verschiedene Assets. Wie sieht deine Grundstruktur aus?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Ich bin sehr breit aufgestellt mit 55 % Einzelaktien, 10 % ETFs, 10 % Gold, 10 % Anleihen, 10 % Tagesgeld und 5 % P2P-Krediten. Das schwankt immer etwas, aber grundsätzlich bin ich mit der Aufteilung zufrieden.

Bewusst verzichten tue ich auf Kryptowährungen, weil das für mich keine Geldanlage, sondern eher Zockerei ist. Auch von Crowdinvesting in Deutschland lasse ich die Finger, weil der Aufwand zu groß, der finanzielle Ertrag zu klein und das Risiko durch die Nachrangdarlehen zu hoch ist.

Und worin siehst du deine Königsdisziplin? Also ein Asset aus dem du am meisten rausziehen kannst?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Am besten entwickelt sich tatsächlich das Humankapital. An der Börse hat man in so einem kurzen Zeitraum keine Verzehnfachung. Aktien sind dann der Renditekick – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Verfolgst du eine gewisse Anlagestrategie? Vielleicht wie Warren Buffet mit Fokus auf Value und Buy & Hold?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Ich glaube es wäre mehr als vermessen, sich mit Warren Buffett zu vergleichen. Ich habe keine richtigen Vorbilder, sondern mache mein eigenes Ding. Und das ist eine auf Kennzahlen und Cashflows basierende Einzelaktienstrategie. Auf Basis meiner festgelegten Branchenaufteilung kaufe ich dann immer nach, wenn eine Branche stark im Minus ist. Und natürlich gehört da auch der gelegentliche Fehlgriff dazu. Ansonsten fahre ich bei den anderen Assets keine andere Strategie.

Wie sieht es auf deiner Ertragsseite aus? Aus welchen (passiven) Quellen kannst du dein Income schöpfen?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Richtige passive Erträge gibt es nicht, weil immer viel Arbeit in den einzelnen Ertragsquellen steckt. Nehmen wir mal das Buch Soundtrack für Vermögenswerte, das ich mit Ümit Mericler zusammengeschrieben habe. Wir haben fast ein Jahr neben dem Beruf, der Familie und meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit an unserem finanziellen Bildungsroman um einen mittellosen Heavy-Metal-Gitarristen gearbeitet. Jetzt bekommen wir dafür zwar jeden Monat Erträge, aber bisher haben wir die ganzen Arbeitsstunden für das Buch und das Hörbuch noch nicht wieder eingenommen. Es kamen ja auch noch Kosten für Coverdesign, Werbung und andere Sachen hinzu. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem wir tatsächlich ein passives Einkommen haben werden, aber der dauert noch etwas.

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Ansonsten nehme ich das meiste Geld über das Sponsoring der Podcastfolgen ein. Mit einer hohen Reichweite von fast 300.000 monatlichen Hörerinnen und Hörern mit 2 Podcasts lässt sich dann auch Geld verdiene. Darüber hinaus nehme ich Geld mit Affiliate Marketing, Buchverkäufen und Vorträgen ein. Insgesamt haben sich die nebenberuflichen Einnahmen fast jedes Jahr verdoppelt, aber der Weg dahin war sehr hart und intensiv. Die Erträge durch P2P-Zinsen und Dividenden haben sich über die Jahre auch stetig verdoppelt, sind aber kein Vergleich zu den gesteigerten Einnahmen durch das Humankapital.

Was würdest du als deine wichtigste Einkommensquelle bezeichnen?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Das größte passive Einkommen habe ich tatsächlich aus meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit. Jedes Jahr wächst es um bis zu 100 %. Man darf aber nicht vergessen, dass es Jahre gedauert hat, bis die ersten richtigen Erträge kamen und bis es richtig skaliert hat.

Ganz weit abgeschlagen kommen dann Dividenden und P2P-Zinsen, die aber auch jedes Jahr um über 50 % wachsen.

Hast du 2013 daran geglaubt, dass du mal einen hohen und signifikanten Betrag durch Dividenden erzielen wirst?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Nein, daran habe ich nicht gedacht. Als ich 2013 die erste Dividende bekam, waren es nur ein paar Euro von BASF und SAP. Mittlerweile sind es allein von diesen Werten über Hundert Euro im Jahr. Durch meine monatlichen Nachkäufe meiner Aktien steigere ich die Dividendenerträge jedes Jahr. Ich bin gespannt, wo der Weg noch hinführt.

Aber du findest schon auch, dass Dividendeneinkommen eher zu den pflegeleichten Einkommenserträgen zählt oder?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Grundsätzlich sind die Dividendenerträge pflegeleicht, wenn das Depot einmal aufgebaut ist. Aber der Weg dahin dauert einige Jahre und ist auch mit einigen Reinfällen verbunden. Nur wenn man die überwindet, hat man am Ende eine pflegeleichte Einkommensstrategie. Und man sollte nicht immer auf eine hohe Dividendenrendite achten, denn die ist oft trügerisch und hat häufig auch Gründe – wie beispielsweise ein stark gefallener Aktienkurs aufgrund schlechter Zahlen.

Wonach wählst du deine Aktien aus? Welche Kriterien sind dir wichtig?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Ich kaufe regelmäßig Aktien aus meinem Depot nach. Dabei gehe ich nach meinen Branchen und wähle immer eine Aktie aus einer Branche aus, die rebalanced werden muss. Geschäftsmodell und Kennzahlen spielen dabei auch eine Rolle und wenn mich ein Wert nicht mehr überzeugt, dann verkaufe ich ihn auch. Bestes Beispiel war der Medizintechnikhersteller Draeger aus meiner Heimatstadt, der die Dividende extrem gekürzt und ständig schlechte Zahlen geliefert hat und mich überhaupt nicht mehr überzeugte.

Gibt es auch das Gegenteil von Draeger in deinem Depot? Also eine Aktie die dich langfristig überzeugt?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Eine Lieblingsaktie habe ich nicht, aber einige die sich in wenigen Jahren mehr als verdoppelt haben. Dazu gehören neben meinen Highflyern Microsoft und PayPal überraschenderweise auch Starbucks. Die Aktie dümpelte jahrelang vor sich hin und während der Zeit kaufte ich immer wieder nach. 2018 und 2019 ging die Aktie so dermaßen nach oben, dass ich mir allein vom Gewinn ein Jahr lang jeden Tag einen teuren Starbucks Cappuccino leisten könnte. 😉

Wikipedia: John DeereAnsonsten bin ich ein absoluter Fan von John Deere und seinen Treckern. Die Aktie stand jahrelang auf meiner Watchlist, seitdem ich in Irland gesehen habe, wie extrem beliebt die Landmaschinen sind. Aber Deere & Co. macht ja noch viel mehr, was die meisten gar nicht wissen. Deere & Co. deckt mit seinem Portfolio auch Straßenbaumaschinen, Drohnen, Rasenmäher und anderes schwere Gerät in der Landwirtschaft ab. 2019 habe ich endlich bei einem Rücksetzer zugeschlagen und werde hier immer weiter aufstocken.

Das klingt nach Begeisterung für ein Unternehmen, deren Produkte sowie das Geschäftsmodell. Wie kann man Nicht-Anleger in Deutschland zum Investieren bekehren?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Ich glaube, wenn man sich jede Folge von Der Finanzwesir rockt anhört, hat man das perfekte Fundament zum Vermögensaufbau. Ansonsten empfehle ich immer Podcast-Folgen oder Fernsehbeiträge mit Beate Sander. Bessere Werbung kann man für Aktien nicht machen.

Bei aller Begeisterung für die Börse, muss man aber auch sagen, dass es nicht nur Eitel Sonnenschein gibt. Gabs bei dir Einzelschicksale in deinem Depot?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Leider habe ich schon häufiger ins Klo gegriffen als mir lieb war. Vor allem meine teuren Produktkäufe beim Bankberater tun mir heute noch weh. Sie waren aber auch ein gutes Learning.

Ansonsten habe ich einige Aktien gekauft, die sich richtig schlecht entwickelten wie beispielsweise Covestro, ElringKlinger, Bet-at-home (Top-Dividendenrendite übrigens) oder auch Geely. Heute würde ich da definitiv anders vorgehen, aber damals hielt ich die Aktien für einen guten Kauf. Heute stehen sie als Mahnmal noch mit einem fetten Minus im Depot.

Wie würdest du den Grad deiner finanziellen Freiheit bezeichnen?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Finanzielle Freiheit ist für mich mittlerweile ein überstrapaziertes Hype-Wort. Ich verwende lieber die finanzielle Unabhängigkeit. Am Ende geht es mir darum, dass ich Freude an dem habe, was ich mache und das auch so rüberbringe. Im Angestelltenjob empfinde ich diese Freude nicht, weil ich da immer von anderen abhängig bin. Deswegen arbeite ich jetzt auch nur noch 50 % festangestellt und treibe im Rest der Zeit meine Selbstständigkeit voran.

Dann hast du ja eine Menge Zeit für ein drittes Buch oder planst du ganz andere Dinge?

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview Es wird mit Sicherheit irgendwann ein drittes Buch von mir geben, aber die Planung mache ich erst 2020. Vorher habe ich geplant, mein erstes Buch Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst in einer kompletten Neuauflage auch als Taschenbuch zu veröffentlichen. Das lag jetzt jahrelang auf der langen Bank und muss überarbeitet werden.

Weitere Bücher, die ich empfehlen kann, sind Rich dad poor dad von Robert Kiyosaki, Souverän investieren in Indexfonds und ETFs von Dr. Gerd Kommer, von meinem Podcast-Kollegen Albert Warnecke Der Finanzwesir und Der entspannte Weg zum Reichtum von Susan Levermann. Das sind für mich absolute must-reads zum Thema Geldanlage.

Und zum Thema Mindset empfehle ich Glückskinder von Hermann Scherer und Why not? von Lars Amend. Super inspirierende Bücher.

Wow, die letzten beiden kannte ich noch gar nicht, die werde ich mir doch direkt mal anschauen. Danke für deine Tipps, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen hier im Interview Daniel und ich hoffe auf viele weitere Finanzrocker-Podcast Folgen bis du in Rente gehst.

Der Finanzrocker Daniel Korth im Interview

Ich danke Dir für die Fragen, Alex. Alles Weitere über mich finden die Leser auf meinem Finanzrocker Blog.