Finanzschlabbe: Mein Dividenden Plan bis zum Jahr 2043Als letzten Artikel in diesem Jahr gibt es heute einen Gastartikel. Grundsätzlich steht mein Blog allen Lesern offen, die gern ihre eigenen Finanzartikel zu Dividenden, Dividendenstrategie oder ähnlich passende Artikel veröffentlichen möchten. Wer Interesse hat, sollte grundsätzlich eine gewisse Erfahrung im Erstellen von Texten haben und über einen angenehmen Schreibstil verfügen. Bei Fragen oder Ideen schreibt mir gern. Als Dankeschön winken euch Freimonate beim Dividenden-Alarm. Zuletzt erschien ein Gastartikel von Sergej, der uns sein Konten Modell vorgestellt hat. Den Artikel Konten Modell zur Strukturierung deiner Geldflüsse findest du hier.

Heute nun berichtet uns Carsten alias Finanzschlabbe der bei Instagram sein Unwesen treibt. Er schreibt von seinen ersten Schritten an der Börse, wie er sofort Schiffbruch erlitt und innerhalb kurzer Zeit sich Regeln aufgestellt hat und nun konsequent eine eigene Strategie verfolgt. Viel Spaß mit Carstens Artikel.

Bis zu 1.000 Euro Prämie bei Depotübertrag + Personal Investment Report

Liebe Blogleser,

mein Name ist Carsten und ich lebe mit meiner Familie in dem schönen Rheinland-Pfalz. Alex hat mir freundlicherweise die Gelegenheit gegeben, euch mit diesem Gastbeitrag von meinen bisherigen Erfahrungen mit Aktien und meinem künftigen Plan mit Dividenden zu erzählen.

Was führte einen typischen Sparer zur Börse?

Ich kann mich noch super an die Heftchen vom Knax-Club erinnern. Auch die Besuche von den netten Sparkassen-Mitarbeitern in der Grundschule sind mir in Erinnerung geblieben. Sie öffneten meine rote Spardose und fischten mit einem Magneten die unterschiedlichen Münzen heraus. So ein System hinterlässt natürlich Spuren. Der Vollständigkeit halber muss man dazu sagen, dass das Zinsumfeld in den 80ziger Jahren nichts mit dem von heute zu tun hat. Auch meine Eltern waren davon geprägt. Daher ist es auch keine Überraschung, dass neben dem Sparbuch viele klassischen Finanzprodukte später Einzug in mein Leben hielten. Bei meiner Frau war das nicht anders und ich glaube, vielen von Euch wird es auch so gegangen sein. Dazu gehören Festgeldanlagen, Bausparverträge, Lebensversicherungen und auch Riester-Renten.

Schon vor unserer Ehe haben wir unsere Finanzen in den Blick genommen. Als die Zinsfahrt nach unten begann sorgten wir uns aber nicht um passende Anlageprodukten, sondern wir hatten unser neues Großprojekt ins Visier genommen.

Der Traum vom Eigenheim

Surprise. Der Traum vom Eigenheim war in unser Leben getreten. Mit 4,53% Darlehenszins sind wir zwar noch weit von den heutigen Konditionen entfernt. Gleiches gilt aber auch für das Preisniveau der eigenen vier Wände, welches zwischenzeitlich stark angestiegen ist.

Wir versuchen jährlich die Sondertilgungsmöglichkeiten auszunutzen. Das führte auch dazu, dass wir die Lebensversicherungen mit 2,25% Garantiezins ausgemustert haben. Die bis dahin an die Versicherung gezahlten Produktkosten nehmen wir mal als Lehrgeld. Auch die Riester-Rente haben wir ruhend gestellt und das Guthaben entnommen. Um die die Steuervorteile sowie die Zulagen für unsere beiden Kinder zu nutzen, bei vergleichsweise geringen Beiträgen meiner Frau, hatten wir uns für einen Riester-Bausparvertrag entschieden. Das Thema nachgelagerte Besteuerung ist uns bewusst. Auch dieses Guthaben wird im Rahmen der Anschlussfinanzierung eingesetzt. Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass das Marktniveau für Darlehenszinsen inzwischen unter den Zinskonditionen des Bausparvertrages liegt. Daher nur die Entnahme des Guthabens.

Unsere Erfahrungen

Über die Jahre hinweg haben wir im Bereich Finanzen viele Erfahrungen gesammelt. Rückblickend würde ich einiges anders machen, aber mit Blick auf unserem Wunsch nach den eigenen vier Wänden für unsere Familie, passt nach wie vor vieles für mich. Jeder hat sein „Glück“ selbst in der Hand und was für den Einzelnen eben dieses Glück bedeutet, kann für jeden völlig unterschiedlich sein. Und das ist gut so!

Frugalisten haben sicherlich einen anderen Lebensstil wie wir. Aber wie gesagt – das ist völlig in Ordnung und jeder gestaltet sein Leben wie er möchte. Die Betonung liegt aber auf Gestalten! Unser Weg hat uns dazu geführt, dass wir Mitte vierzig schuldenfrei sein werden. Dadurch können wir monatlich einen vierstelligen Betrag investieren, den wir auch langfristig nicht benötigen, da er schließlich bislang an die Bank ging und uns nicht zur Verfügung stand.

Keine Alternative zur Börse

Und genau dieser Punkt führte mich bzw. uns an die Börse. Was tun mit der Kohle? Auf einmal trieb uns das Niedrigzinsumfeld nun doch um. Mit Blick auf eine günstige Anschlussfinanzierung konnten wir damit bislang gut leben. Aber wie können wir dieses Geld nun sinnvoll für einen langfristigen Vermögensaufbau einsetzen?

Von Lebensversicherungen sowie Bausparverträgen waren wir geheilt und jede Zinsanlage fällt der Inflation zum Opfer. Überschlägig hatte ich auch mal über einen Immobilienkauf nachgedacht. Aber wenn ich mir vor Augen führe, wie hoch eine Mietrendite sein könnte und wie groß der damit verbundene Aufwand zu Beginn und auch während der Vermietung ist, war ich davon gedanklich schnell wieder weg.

Blieb also nur dieses Teufelszeug, unbekanntes Terrain, da wird doch nur gezockt, auch Börse genannt.

Wie kam ich zum Dividenden Alarm?

Nun, der Entschluss war Mitte 2018 gefasst, wir wollen in Aktien investieren. Es kamen die üblichen Anfängerfragen. Wie kann ich überhaupt Aktien kaufen? Welche Broker gibt’s denn? Was muss ich beachten? Geldkurs Briefkurs – was ist das denn? Börslicher und außerbörslicher Handel? Und natürlich: Welche Aktien sollen es denn sein?

ETFs waren irgendwie von Anfang gar nicht so in meinem Blick. Nach einigen Recherchen war das Depot eröffnet und Mitte August 2018 mit etwas Geld befüllt. Nun konnte es endlich losgehen. Rückblickend kann ich sagen, ich hätte definitiv einiges anders und vor allem besser machen können. Es gibt eben unterschiedliche Typen im Leben. Die einen legen einfach los, reflektieren irgendwann und steuern dann nach. Andere überlegen zu lange und verpassen Chancen.

Ich gehöre sicherlich zur ersten Gruppe und kann zur zweiten des Öfteren „hätte, hätte Fahrradkette“ sagen. Wie auch immer – offen gestanden waren meine ersten Aktienkäufe recht unüberlegt. Bei aller Liebe zur Aktivität – Aktionismus und Investieren ist keine empfehlenswerte Kombi. Große Unternehmen im Dax – was soll da schiefgehen? Ah die Firma kenne ich, deren Spiele habe ich früher schon immer gezockt. Spielebranche steigt bestimmt langfristig. Cybersecurity – muss ja was werden. Im Groben war das die Tiefe meiner Überlegungen.

Wie sehen die Fundamentaldaten aus? Welche Zukunftsaussichten hat das Geschäftsmodell? Mit welchen Herausforderungen hat das Unternehmen oder die Branche in den nächsten Jahren zu kämpfen? Welche Depotstruktur will ich haben? Wie sieht die Ausschüttungshistorie aus? Kurz um: All die Fragen hatte ich nicht auf dem Schirm. Natürlich auch nicht – wann könnte ein guter Zeitpunkt zum Kaufen sein?

Zum Einstieg direkt große Verluste

Und so kam wie es kommen musste. Der Dax stand damals etwa bei 12.600 Punkten. Schon leicht aufgeregt hatte ich innerhalb von wenigen Tagen das Guthaben unter die Leute gebracht. Fortan checkte ich täglich am Handy mehrfach die Kurse. Recht zeitnah beschäftigte ich mich schon mit dem Thema Nachkaufen, um zu verbilligen. Gefühlt sah ich nur noch rot. Zum Jahresende hatte mein Dividendendepot es auf -16% und mein Wachstumsdepot auf -26% geschafft. Na Glückwunsch!

Wozu haben diese Entwicklungen geführt? Ich habe meine Schnellschüsse sehr kritisch auf den Prüfstand gestellt, weil mich die Ergebnisse – auch wenn sie nur auf dem Papier standen – natürlich enttäuscht haben. Das geht besser, aber wie?

Ich habe unterschiedliche Investments ausprobiert. Dazu gehören neben Dividendenaktien auch recht volatile Wachstumswerte. Die nach miesen Earnings auch gerne mal über 25% einbrechen. Allerdings gehört der Umgang mit Verlusten zum Investieren an der Börse mit dazu. Insofern sind das aus meiner Sicht wichtige Lektionen, die mich im Ergebnis weiterbringen.

Zeit ist ein knappes Gut für uns

In der Zwischenzeit habe ich mich viel intensiver mit dem Kauf von Aktien auseinandergesetzt. Natürlich habe ich mich in dieser Zeit nicht zu einem Experten entwickelt und gerade Zeit ist ein knappes Gut für uns. Im Internet und in den sozialen Medien gibt es zahlreiche Informationsangebote. So bin ich irgendwann auf den Dividenden-Alarm von Alex gestoßen. Ein Produkt, dass mir ohne großen Aufwand hilft, kaufenswerte Aktien zu einem guten Zeitpunkt zu finden – wunderbar! Und dazu ein wirklich netter Typ, der einem auch bei nicht so einfachen Fragestellungen gerne hilfreiche Tipps gibt. Top!

Ich bin erst für eine relativ kurze Zeit in Aktien investiert. Dennoch konnte ich für mich viele Erfahrungen und wertvolle Erkenntnisse gewinnen. So ist mir nun beispielsweise klar, dass ich mich zum weit überwiegenden Teil auf Dividendenwerte konzentrieren werde. Dabei werde ich mir die Vorteile des Dividenden-Alarms zu Nutze machen. Auch, wenn ich jetzt erfahren habe, wie sich Verluste auf dem Papier anfühlen, muss ich das nicht dauerhaft haben. 😉 Den Anteil von Wachstumswerten werde ich daher sukzessive in das Dividendendepot umschichten.

Wie sieht der weitere Dividenden Plan aus?

Die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen sowie das Ausprobieren mit verschiedenen Aktien und Derivaten, was sich schon irgendwie als „verzetteln“ angefühlt hat, haben mich zur Erkenntnis gebracht – ich brauche mehr Fokus! Ein konkretes Ziel muss her.

So ist unser eigener persönlicher Dividenden Plan für die Altersvorsorge entstanden. Nach unseren Vorstellungen möchten wir zum Eintritt in den Ruhestand etwa 2.000 Euro netto monatlich an Dividenden erhalten. Das muss natürlich nicht zwingend monatsgenau getimed sein. Zielgröße sind dementsprechend netto Dividenden von 24.000 Euro jährlich ab dem Jahr 2043. Also sind dafür noch gut 23 Jahre Zeit.

Wir haben wie gesagt unsere Finanzen schon immer etwas genauer in den Blick genommen und dokumentiert. Dadurch glaube ich, relativ gut abschätzen zu können, welche Beträge wir in den nächsten Jahren nicht benötigen werden und in Aktien investieren können. Natürlich haben wir dabei einige Puffer eingebaut. Gerade mit Haus und zwei Kindern kann noch die ein oder andere Investition auf uns zu kommen.

Die Macht des Zinseszinses

Was man auch nicht vergessen sollte, ist die Macht des Zinseszinses sowie die Dividendenpolitik der Unternehmen. Viele steigern seit Jahren kontinuierlich ihre Ausschüttungen. Schließlich sollte man bei solchen Planungen das Thema Steuern ebenfalls in den Blick nehmen. Ausgehend vom aktuellen Steuerrecht besteht ein Freibetrag bei der Zusammenveranlagung für Kapitalerträge von 1.602 Euro und für Singles von 801 Euro. Wenn wir den persönlichen Steuersatz mal außer Acht lassen, die Abgeltungssteuer von 25% sowie den aktuell noch gültigen Solidaritätszuschlag und die für uns relevante Kirchensteuer (9%) zu Grunde legen, kommen wir auf eine Gesamtbelastung von 27,99% (ohne Kirchensteuer wären es 26,375%) für jeden Euro Dividende, der 1.602 Euro übersteigt. Liegt der persönliche Steuersatz darunter reduziert sich im Rahmen der Steuerveranlagung die Belastung, liegt sie darüber – daher der Name Abgeltungssteuer – ist die Steuer mit dem Abzug durch inländische Broker abgegolten.

Unsere Planungen

Ausgehend von den folgenden Parametern:

  • Jährliche Investitionssumme in den nächsten 23 Jahren
  • Reinvestition erhaltener Dividenden
  • Steuerlast ab 1.602 € von 27,99%
  • Dividendenrendite zum Kaufzeitpunkt
  • Angenommene jährliche Steigerungsrate der Dividendenrendite

habe ich mir in Excel eine Kalkulation gebaut, um zu sehen wo wir 2043 stehen. Dabei ist die jährliche Inflation nicht berücksichtigt. Da ich kein Excel-Experte bin, ist die Tabelle auch recht einfach gehalten.

Lege ich dabei beispielsweise eine Anfangsrendite von 3,5% und eine Steigerungsrate von 5% zugrunde komme ich nach 23 Jahren auf eine monatliche netto Dividende von 1.901,27 Euro. Kalkuliere ich hingegen mit einer Einstiegsrendite von 4% und einer Steigerung von 4% liege ich bei einem Ergebnis von 2.005,32 Euro. Das zeigt wie viel „Musik“ in der Kombination von Anfangsrendite und Steigerung liegt. Bei einem über zwanzig Jahre anwachsenden Depot mit irgendwann zahlreichen Titeln kann man diese Parameter natürlich nicht streng durchhalten. Will ich auch gar nicht. Aber unser Ziel möchte ich fest im Blick halten.

Die Einstiegsrendite und Steigerungsrate möchte ich vielmehr als Orientierung für eine notwendige Durchmischung der Aktienkäufe nehmen. So kann ich Werte mit hoher Einstiegsrendite und geringer Steigerungsrate kombinieren mit Aktien, die eine geringere Anfangsrendite haben aber in der Vergangenheit ihre Ausschüttungen wesentlich stärker gesteigert haben.

Ein weiterer Vorteil dieser Planung ist, dass ich unseren Fortschritt messen kann. Ich weiß nun welche Depotwerte ich im Zeitverlauf ansteuern muss und wie hoch die Zielwerte für die jährlichen Dividenden sein sollten. Das bedeutet aber nicht, dass ich auf Biegen und Brechen Aktien nur mit bestimmten Dividendenwerten kaufe. Und dies auch nicht zwingend jährlich. Die Qualität und der Zeitpunkt sind entscheidend. Ich sage nur Dividenden-Alarm. Der Plan gibt mir aber dennoch wichtige Orientierung für unsere Zielerreichung und das wird mir eine große Hilfe sein.

Ein langer Weg steht uns bevor

Für diesen langen Weg gibt es natürlich noch viele weitere Fragen. Zum Beispiel welche Depotstruktur will ich haben? Wie gewichte ich einzelne Branchen? Oder gibt es Möglichkeiten die Steuerlast zu optimieren? Um Missverständnisse zu vermeiden – legal natürlich.
Ich habe gemerkt, je mehr ich mich mit der Thematik insgesamt beschäftige, umso mehr Spaß macht mir das. Und ich entdecke gerade erst die vielen Möglichkeiten. Es bleibt also spannend!

Nun bin ich aber neugierig. Wie sind eure Erfahrungen? Welche Ziele verfolgt ihr? Ich freu mich über jedes offene Feedback in den Kommentaren. Gerne könnt ihr euch dazu auch bei Alex melden oder mich über Instagram anschreiben.

Viele Grüße, Carsten