Dividendenstrategie - Meine theoretische GesamtdividendeIm heutigen Artikel möchte ich über ein paar Details meiner Dividendenstrategie sprechen. Genauer gesagt, geht es um meine monatlichen Erträge wie Dividenden und auch andere Einkommensquellen. In meiner mittlerweile sehr umfangreichen Excel Datei, ist die monatliche Ertragsauswertung und -hochrechnung, die für mich wichtigste Berechnung. Die eigentliche Höhe meines Vermögens ist für mich weniger relevant. Entscheidend sind meine Erträge, deren zukünftige Entwicklung sowie ihr Anteil an passiven oder aktiven Einkommensquellen. Meine finale Ertragskennzahl setzt sich somit aus unterschiedlichen Kennzahlen verschiedenster Ertragsquellen zusammen.

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Beleuchten möchte ich heute speziell die Ertragsquelle meiner Dividenden. Hierzu ermittle ich mir eine theoretischen Gesamtdividende. Einfließen tun hier die erwarteten netto Dividenden meines investierten Kapitals sowie die theoretisch möglichen Dividenden meiner Cash-Position. In Summe werden mir meine Dividendenerträge im Gesamtertrag abbildet.

Die theoretische Gesamtdividende ist kein Baustein meiner Dividendenstrategie Dividenden-Alarm. Und es soll heute auch nicht um Aktien, Signale oder Anlagestrategien gehen. Die theoretische Gesamtdividende ist vielmehr eine simple Kennzahl, die sich ausschließlich mit meinen Dividendenerträgen auseinandersetzt und mir bei der Planung und Entwicklung dieser Einkommensquelle hilft.

Falls ihr die theoretische Gesamtdividende für eure Excel Tabelle verwenden wollt, findet ihr am Ende des Artikels einen kostenlosen Excel-Sheet zum Herunterladen. Diesen könnt ihr bequem in eure vorhandene Excel-Datei integrieren und ganz individuell nach euren Wünschen anpassen.

Gesamtheit meines passiven Einkommens

In der Regel spreche ich bei der Gesamtheit meiner Einkünfte immer von meinem Cashflow. Auch, wenn dieser eigentlich die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben ist. Das liegt einfach daran, dass meine Ausgaben nur noch einen geringen Anteil von meinen Gesamteinkünften ausmachen. Zum Thema Cashflow kann ich euch übrigens einen Artikel von mir empfehlen, in dem ich euch auch eine App vorstelle. Wie dir dein Cashflow beim Vermögensaufbau hilft.

Da ich nicht das klassische Modell lebe, bei dem man arbeiten geht, ein fixes Einkommen erzielt, davon seinen Alltag bestreitet und was am Ende übrigbleibt als Sparrate irgendwo anlegt – nenne ich mein Income ganz bewusst Cashflow.

Wie bereits erwähnt ist mein monatlicher Gesamt-Cashflow für mich die wichtigste Kennzahl. Die Höhe meines Vermögens spielt für mich daher nur eine untergeordnete Rolle. Cashflow, bei mir also Erträge passiver oder auch aktiver Herkunft – kann man auf unterschiedlichste Art und Weise erzielen. Jede Einkommensquelle hat hier zudem ganz eigene Faktoren und Bedingungen, die es zu berücksichtigen gilt. Gerade was die Planbarkeit und Kontinuität angeht.

Dividenden sind nur ein Teil von meinem Cashflow

Anhand der kleinen Übersicht, möchte ich dir zeigen, um welchen Punkt es heute geht.

Dividenden sind nur ein Teil von meinem Cashflow

In die Übersicht habe ich mal fiktiv ein paar bekannte Einkommensquellen sowie unterschiedlich hohe Erträge eingetragen. Nur um den grün markierten Bereich geht es mir heute – den Punkt meiner Dividenden. Und für die Übersicht meines Cashflows ermittle ich mir an dieser Stelle meine theoretische Gesamtdividende.

Für meine restlichen Ertragsbausteine verwende ich andere Berechnungsmodelle um meinen künftigen Ertrag besser planen und simulieren zu können. Darum soll es heute an dieser Stelle aber nicht gehen.

In der Vergangenheit habe ich hier im Blog meine theoretische Gesamtdividende immer wieder mal erwähnt. Das meiste Feedback dazu habe ich aber erst im Zuge des ersten Podcast Interviews bei Daniel dem Finanzrocker erhalten. Einige Hörer wollten genaueres zu dieser sehr simplen Kennzahl wissen und wie ich sie in der Praxis anwende.

Podcast Interview beim Finanzrocker 2017

So landete das Thema auf meiner redaktionellen ToDo-Liste und nun habe ich endlich auch mal die Zeit gefunden, euch meine Vorgehensweise etwas näher vorzustellen.

Die Ermittlung der theoretischen Gesamtdividende ist dabei überhaupt nicht der Knackpunkt. Das ist mit einfachster Mathematik zu bewerkstelligen. Interessant wird das Ganze erst in der Gesamtbetrachtung des eigenen Vermögens. Um die Entwicklung meiner zukünftigen Ertragslage besser einschätzen zu können, hilft mir die theoretische Gesamtdividende sehr gut.

Die Idee hinter der theoretischen Gesamtdividende

Entstanden ist die Idee für eine bessere Planbarkeit meiner Dividenden. Gerade bei Anwendung des Dividenden-Alarm Indikators dauert es oft eine gewisse Zeit, bis brachliegendes Cash wieder investiert wird. In tiefen Kaufphasen investiere ich mein gesamtes Cash und auch Fremdkapital in Dividendenaktien. In der neutralen Phase sowie in Verkaufsphasen reduziere meine Investments, baue meinen Kredithebel wieder ab und meine Cash-Position wieder auf.

Durch den Aufbau neuer oder die Reduzierung bestehender Investments, schwanken somit auch meine absoluten netto Dividendenerträge. Mal sind sie sehr ertragreich (max. Investition) oder sie reduzieren sich um ein gutes Stück (hoher Cash-Anteil).

Um hier einen besseren Überblick zu behalten, teile ich meine Dividendenerträge in einen realen Teil sowie einen theoretischen Teil auf. Beide Werte zusammen, ergeben dann meine theoretische Gesamtdividende.

reale Dividende Der reale Teil, zeigt mir den aktuellen und realen Nettoertrag aus meinen Dividenden geteilt durch 12 Monate an. Beispiel 1.200 Euro / 12 = 100,- Euro netto Dividende im Monat.

theoretische Dividende Der theoretische Teil, zeigt mir den zu erwartenden und somit theoretischen Nettoertrag meiner Cash-Position an, falls ich es heute investieren würde. Beispiel 600 Euro / 12 = 50,- Euro netto Dividende im Monat.

Meine theoretische Gesamtdividende beträgt daher in Summe 150,- Euro.

Warum ich mein Cash mit in die Berechnung meines Dividendenertrags mit einbeziehe, möchte ich dir gern an einem Beispiel erklären.

Was ist besser? Eine Million Euro oder eine Million Euro?

Ich höre und lese oft, wie viel Vermögen andere gern haben würden wollen. Sie sagen dann, dass sie zum Beispiel 500.000 Euro oder auch 2 Millionen Euro besitzen wollen oder diese Summen als Ziel ihrer finanziellen Unabhängigkeit definiert haben.

Mit Blick auf meine persönlichen Finanzen, ist mir die tatsächliche Höhe meines Gesamtvermögens weniger wichtig. Warum sollte es auch das Wichtigste sein? Was sagt die Höhe des Vermögens in Bezug auf die Ertragsfähigkeit eigentlich aus? Weiß ich, ob ich damit meinen finanziellen Alltag langfristig darstellen kann? Eher weniger.

Man sagt ja oft, es gibt solche Leute und solche Leute. Bei der Höhe des Vermögens ist das nicht viel anders. Es gibt eine Million Euro und es gibt eine Million Euro – beides muss unterm Strich nicht das Gleiche bedeuten.

An einem Beispiel möchte ich das gern kurz erklären. Dazu lasse ich steuerliche Eckdaten mal außen vor und rechne nur mit leicht verständlichen Zahlen. Als Basis gehen wir davon aus, dass im Zielbild für ein adäquates finanziell freies Leben jeden Monat 3.000 Euro an Erträgen benötigt wird.

Beispiel von unterschiedlichen Ertragssituationen

Max:
Max hat aktuell 1 Million Euro auf dem Konto und bekommt bei seiner Sparkasse satte 0,2% Zinsen dafür. Er erzielt damit eine abschöpfbaren Ertrag von 2000 Euro – im gesamten Jahr wohlgemerkt. Da wir für die finanzielle Freiheit 36.000 Euro definiert haben, ist er praktisch gesehen eine arme Sau. Er hat zwar eine Million auf dem Konto, kann aber ohne Kapitalverzehr nicht davon leben. Er muss weiter im Hamsterrad malochen, anderen Tätigkeiten nachgehen oder sein Kapital aufzehren um seine 3.000 Euro im Monat darstellen zu können.

Moritz:
Sein Freund Moritz dagegen ist deutlich aktiver am Kapitalmarkt unterwegs. Er erzielt mit aktiver Geldanlage (Aktien, Anleihen, ETFs, P2P …) einen abschöpfbaren Ertrag von 3,6% pro Jahr (Dividenden, Zinsen, Kupons). Trotz gleicher Kapitalbasis erzielt er einen jährlichen Ertrag von 36.000 Euro und damit genauso viel, wie er als finanzieller freier Mensch zum Leben braucht. Was für ein Zufall. 😉

Verschiedene Wege führen zum Ziel

Vor uns stehen also zwei Millionäre, aber nur einer von ihnen kann sich als finanziell frei bezeichnen und von seinen Erträgen leben.

Für das Beispiel habe ich einen sehr einfachen Vergleich gewählt, der zeigen sollte auf was es eigentlich ankommt. Die Höhe des Vermögens ist nicht wirklich relevant, entscheidend sind die Erträge die man aus den unterschiedlichsten Quellen erzielt. Die bessere Formulierung für das Ziel der finanziellen Freiheit wäre daher ein Wert der den monatlichen Nettoertrag definiert. Dem einen reichen dann 1.500 Euro monatlich aus und ein anderer braucht besser 3.000 Euro jeden Monat – netto, nach Steuern. Wer sein monatliches Auskommen in der Zukunft nur mit Kapitalerträgen wie Dividenden versucht darzustellen, der wird leider den längeren und schwierigeren Weg gehen müssen.

Einfacher ist es, wenn man sein Einkommen aus verschiedenen Ertragsquellen speist. Dazu möchte ich euch ein weiteres Beispiel aufzeigen, welches sich vom Schema her an der oben gezeigten Übersicht orientiert. Die Ertragsquellen und -werte habe ich nur für das Beispiel so gewählt. Sie könnten auch in einem völlig anderen Umfang dargestellt werden. Auch weitere und andere Einkommensquellen könnte man zur Genüge auswählen. Zur Veranschaulichung reicht es aber in dieser Form.

Erträge aus verschiedenen Ertragsquellen

Anstatt wie Max und Moritz nur auf Kapitalerträge zu setzen, ist Witwe Bolte deutlich schlauer. Auch aufgrund ihres Alters, kann sie auf zusätzliche und alternative Erträge zählen, die aus unterschiedlichsten Quellen stammen.

Ihr Vermögen beträgt aktuell nur 333.000 Euro und auch sie erzielt damit eine Dividendenrendite von 3,6% im Jahr. In Summe kann sie damit 12.000 Euro einsammeln, was einem monatlichen Betrag von 1.000 Euro entspricht.

Dazu erhält sie monatlich weitere Einnahmen aus einer Betriebsrente (300 Euro), der gesetzlichen Rente (600 Euro), einer Lebensversicherung (300 Euro), einem Online-Business (300 Euro) sowie Tantieme (100 Euro). Dann hilft sie noch gelegentlich im Laden ihrer Freundin aus (200 Euro) und bekommt von Max und Moritz aufgrund einer alten Geschichte, eine Art monatliche Entschädigungszahlung von je 100 Euro (200 Euro).

Acht unterschiedliche Ertragsquellen, bringen Witwe Bolte jeden Monat die benötigten 3.000 Euro. Allein die Fokussierung auf die Erträge des Vermögens, hätte uns bei dieser Berechnung nicht viel gebracht. Und wer von 333.000 Euro Vermögen sich seine 3.000 Euro im Monat auszahlen lassen möchte, der wird sehr schnell sein Kapital aufzehren müssen.

Da dieser Betrag als reine ausschüttende Rendite utopisch ist, würde es bedeuten, dass dies nur mit Kapitalverzehr zu realisieren wäre. Wie lange es dauert, bis praktisch nichts mehr übrig ist, dass darf sich jeder gern selbst ausrechnen. Man sieht aber schnell, dass eine Fokussierung nur auf Kapitalerträge das Ziel der finanziellen Freiheit weit nach hinten schieben lässt.

Dieses Beispiel sollte dir zeigen, dass nicht die Höhe des Vermögens im Mittelpunkt stehen sollte, sondern die Erträge und deren Entwicklung, die aus unterschiedlichsten Einkommensquellen generiert werden. Daher lege ich meinen Fokus auch auf Ertragskennzahlen.

Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, wie hoch meine jährlichen Erträge sind, aus welchen Quellen sie stammen und wie sie sich in Zukunft entwickeln werden.

Die theoretische Gesamtdividende

Bei meinem monatlichen Cashflow interessiert mich die Gesamtheit aller meiner Erträge, über die ich heute verfügen und die ich in naher Zukunft erwarten kann. Mein Augenmerk liegt hier auf der kurzfristigen Verfügbarkeit (12 Monate).

Die theoretische Gesamtdividende bildet hierbei nur einen kleinen Teil ab und konzentriert sich ausschließlich auf meine Erträge aus Dividenden. Und auch hier stehen nur die Dividendenausschüttungen im Fokus und keine aufgelaufenen oder realisierten Kursgewinne.

Wie eingangs schon beschrieben, setzt sich meine theoretische Gesamtdividende zusammen aus den real erzielten Dividendenerträgen, sowie den „theoretisch möglichen“ Dividendenerträgen meiner Cash-Position. Meine Cash-Position ist im Grunde nichts anderes, als mit einem Klick investiertes Kapital, was ab morgen Dividenden abwerfen würde. Daher unterstelle ich hier einen theoretischen Dividendenertrag, der sehr kurzfristig aktiviert werden kann.

Beispielsweise könnte sich eine meiner anderen Einkommensquelle abschwächen und 100 Euro im Monat weniger abwerfen. Ich kann nun direkt und flexibel einen Teil meines Cash investieren und meinen Dividendenertrag um 100 Euro im Monat erhöhen. Mein Gesamtertrag hat sich dadurch nicht verändert.

Beim Thema Immobilien würde ich so nicht vorgehen, da zwischen einer Investition und dem realen Mietertrag, viele Wochen ins Land gehen und auch andere Faktoren eine übergeordnete Rolle spielen.

Auch, wenn ich mit Hilfe meiner Dividendenstrategie Dividenden-Alarm, mein Cash nicht stets und ständig investiere und lieber auf günstige Gelegenheiten warte, so könnte ich jederzeit mein Cash in reale Dividendenerträge umwandeln.

Drei Varianten der theoretischen Dividende

Für die Berechnung des theoretischen Teils (Ertrag aus der Cash-Position), kann ich aus drei Annahmen wählen. In der Hauptvariante unterstelle ich die gleiche netto Dividendenrendite die mein Depot aktuell erzielt. Würde ich mein Cash heute genauso diversifiziert investieren, wie mein Depot derzeit aufgestellt ist, würde ich praktisch genau den gleichen Nettoertrag mit den neu gekauften Aktien erzielen.

Mit schwankendem Markt und veränderter Depotstruktur, ändert sich dieser Wert immer wieder. Mal geht er etwas hoch oder auch mal wieder runter. Bei dieser Variante wird praktisch immer die aktuelle Depot-Rendite als Basis für die Berechnung der Cash-Position verwendet.

Dazu lasse ich mir zwei weitere Werte (Variante B & C) darstellen, mit jeweils unterschiedlich hohen Dividendenrenditen.

Der zweite Wert (Variante B) stellt die durchschnittliche Dividendenrendite dar, die ich mit meinen Investitionen während der letzten Kaufphase erzielen konnte. Der Grund ist einfach. Ich gehe davon aus, dass ich einen deutlich bessere Dividendenertrag erzielen kann, als mein Depot heute während einer neutralen Marktphase erzielt. Als Basis dienen mir hier meine Erfahrungen und Erkenntnisse durch das Investieren während einer Kaufphase des Dividenden-Alarm Indikators.

Der dritte Wert (Variante C) ist mehr ein Informationswert, der eine individuelle Renditeoption darstellt – ganz nach dem Motto: Was wäre, wenn. Ich kann hier manuell einen Renditewert eingeben, den ich gern simuliert haben möchte. Zum Beispiel, wenn ich gern wissen möchte, was wäre, wenn ich mein Cash in die Disney Aktie oder in die Royal Dutch Shell Aktie pumpen würde. Wie gesagt, es ist ein rein informativer Wert für mich.

Meine Dividenden in der praktischen Anwendung

Um die theoretische Gesamtdividende besser zu verstehen, zeige ich dir gern ein Beispiel.

In unserem Testdepot liegen Wertpapiere im Wert von 100.000 Euro und auf dem Verrechnungskonto warten noch 30.000 Euro Cash. Andere Assets oder Erträge spielen an dieser Stelle keine Rolle.

Mit den Wertpapieren im Depot erzielen wir aktuell netto eine Dividendenrendite von 2,5%. Der jährliche Ertrag daraus beläuft sich somit auf 2.500 Euro, was 208 Euro im Monat entspricht.

Für die Cash-Position unterstelle ich nun in Variante A die gleiche Dividendenrendite, was zu einem jährlichen Ertrag von 750 Euro führen würde (monatlich 63 Euro). Mit einem Klick und identischer, anteiliger Aufteilung wie mein derzeitiges Depot, würde ich diesen Ertrag erzielen können.

Meine theoretische Gesamtdividende beträgt somit 3.250 Euro und errechnet sich aus 2.500 Euro realer Dividende und 750 Euro theoretischer Dividende. In Summe komme ich auf einen monatlichen Dividendenertrag von 271 Euro.

Bei Variante B gehe ich von höheren Dividendenerträgen aus, da ich während einer Kaufphase deutlich bessere Renditen erzielen kann. Angenommen ich investiere mein Cash ausschließlich in Unternehmen, bei denen ich einen Dividendenertrag von mindestens 3,5% erzielen kann. Meine 30.000 Euro würden somit einer theoretischen Dividende von 1.050 Euro entsprechen. Zusammen mit meinem aktuell realen Dividendenertrag, beträgt meine theoretischen Gesamtdividende schon 3.550 Euro.

Geringe Volatilität der theoretischen Gesamtdividende

Ein Vorteil dieser Betrachtung ist die geringe Volatilität der theoretischen Gesamtdividende. Bleiben wir bei unserem Beispiel mit den 100.000 Euro im Depot und den 30.000 Euro Cash.

Sollte ich jetzt, aus welchen Gründen auch immer, Wertpapiere im Wert von 50.000 Euro verkaufen, so hätte ich nur noch einen halb so hohen realen Dividendenertrag. Aus den 2.500 Euro würden schlagartig nur noch 1.250 Euro werden.

Bei der theoretischen Gesamtdividende schwanken die Zahlen nur sehr gering, da hier nur die Differenz zwischen realer Dividende (durch den Verkauf stark reduziert) und der theoretischen Dividende (deutlich höher durch Aufbau der Cash-Position) dargestellt wird.

Die neue Rechnung würde wie folgt aussehen:

  • die reale Dividende ist von 2.500 Euro auf 1.250 Euro gesunken
  • die theoretische Dividende (Variante B) ist von 750 Euro auf 2.800 Euro gestiegen
  • die theoretische Gesamtdividende stieg von 3.250 Euro auf nun 4.050 Euro
  • Durch die Veräußerung von teuren Aktien mit einem vergleichsweise niedrigen Dividendenertrag, sank zwar die reale Dividende, gleichzeitig erhöhte sich aber die theoretische Dividende bei der Cash-Position. Hier unterstelle ich in Variante B einen höheren Dividendenertrag, den ich zu einem späteren Zeitpunkt erzielen kann.

    Die theoretische Gesamtdividende kann grundsätzlich höher ausfallen, wenn wir Aktien mit niedrigem Dividendenertrag verkaufen und der durchschnittliche Dividendenertrag des Depots (der verbleibenden Aktien) wieder leicht ansteigt.

    Dividende ist KEIN Bonus

    Ich höre und lese immer wieder von Anlegern, dass sie ihr Cash lieber sofort investieren, als es ohne Rendite auf dem Konto liegen zu haben. Grundsätzlich ist der Gedanke ja nicht verkehrt, aber es bringt auch nichts, sich Aktien zu kaufen nur um eine Ausschüttung zu erhalten und mögliche Kursverluste und Unternehmensbewertungen komplett unbeachtet zu lassen.

    Das bringt unterm Strich gar nichts, denn die Ausschüttung einer Dividende ist erstmal nur eine simple Abspaltung. Denn der Dividendenertrag wird 1:1 vom Aktienkurs abgezogen und zusätzlich wird die Dividende noch besteuert.

    Aus einer 100 Euro Aktie wird nach Auszahlung der Dividende, eine 96 Euro Aktie + 4,00 Euro Brutto-Dividendenertrag in Cash. Die Besteuerung der Bruttodividende führt dann zum eigentlichen Minusgeschäft.

    Das Ziel sollte immer auf der maximalen Ertragskraft liegen. Und da ist es nun mal ratsamer, sein Cash eine Weile zu sammeln um es dann zu deutlich lukrativeren Konditionen zu investieren.

    Stetiges Investieren, zum Beispiel durch Sparpläne, rechnet sich nicht. Dies habe ich am Beispiel der Procter & Gamble Aktie in meinem Artikel Procter & Gamble Dividende – weiterhin ein Aristokrat? bereits durchgerechnet.

    Um nicht diesem „Ich muss mein Cash unbedingt investieren“ Muster zu verfallen, kann man die theoretische Gesamtdividende dazu nutzen, um seinen Dividendenertrag ganzheitlich zu betrachten – wenn auch dieser Wert keine reale Ertragssituation darstellt. Er zeigt vielmehr die wahren Chancen auf, die man erzielen kann, wenn man geduldig sein Kapital warten lässt oder welchen Ertrag man heute erzielen würde, wenn man sein Cash etwas höher rentierlich investieren würde.

    Excel Download

    Was hältst du von der Vorgehensweise, auch der Cash-Position einen theoretischen Ertrag zuzuordnen? Kann man die theoretische Gesamtdividende noch verbessern und optimieren? Ich freue mich über deine Ideen und Anregungen.

    An dieser Stelle soll es genug sein mit den Erklärungen zur theoretischen Gesamtdividende. Falls dich diese Vorgehensweise interessiert und du sie gern in deinem Depot anwenden möchtest, dann kannst du direkt weiterlesen. Ich stelle dir noch meine Excel-Datei zur Verfügung und erkläre dir den Aufbau der Tabelle.

    Dazu habe ich für die Dividenden-Alarm Mitglieder eine zweite Excel-Variante erstellt. Diese eignet sich für Anleger, die in gewissen Marktphasen auch mit Fremdkapital investieren wollen. Du kannst neben dem realen Dividendenertrag und dem theoretischen Ertrag der Cash-Position auch dein Fremdkapital in die Berechnung einfließen lassen.

    Untenstehend findet ihr einen Screenshot der Dateien und die Erklärungen der einzelnen Eingabefelder (rote Nummern). Den Download der ersten Datei finden meine Newsletter-Abonnenten im Download Bereich. Den tatsächlichen Download-Link findet ihr nach der Anmeldung zum Newsletter und auch unter meiner Grußformel in jedem Newsletter.

    Den Download der zweiten Excel-Datei finden die Mitglieder im Servicebereich. Dieser ist auf der Login-Seite verlinkt.

    Excel Version 1 – theoretische Gesamtdividende

    1 In diese Zelle trägst du entweder die Höhe deines aktuellen Depots ein oder du legst eine Verknüpfung innerhalb deiner Excel-Tabelle. Ich trage hier den Gesamtwert meines Kapitals ein, mit dem ich meinen Dividendenertrag realisiere.

    2 Wie viel Netto-Dividende generierst du mit dem unter Punkt 1 angegebenen Kapital? Trage den Jahresertrag hier ein oder setze eine Verknüpfung innerhalb deiner Tabelle, damit der Wert immer aktuell ist. Ich rechne grundsätzlich immer mit den Nettoerträgen, nach Steuern.

    3 Wie hoch ist aktuell deine Cash-Position, die du für den Kauf von Dividendenaktien reserviert hast? Trage den aktuellen Betrag hier ein oder setze eine Verknüpfung innerhalb deiner Tabelle. Als Cash definiere ich den Betrag, den ich heute sofort in Dividendenaktien investieren könnte.

    4 Hier kannst du unterschiedliche Dividendenrenditen eintragen. Der erste Wert wird automatisch ermittelt anhand deiner Angaben unter Punkt 1 & 2. Dies ist praktisch deine aktuelle durchschnittliche Dividendenrendite deines Depots. Damit unterstellst du, dass dein Cash (heute angelegt) diese Rendite abwerfen würde. Die dahinterliegenden beiden Felder kannst du nutzen, wenn du für die Simulation zwei andere Werte ermitteln möchtest. Zum Beispiel, wenn du mit deinem Cash eine ganz bestimmte Netto-Dividendenrendite erzielen willst.

    5 Anhand deiner Cash-Position (3) und deiner vorgegebenen Dividendenrendite (4) wird dir in diesem Feld der jährliche (theoretische) Dividendenertrag für deine Cash-Position angezeigt.

    6 Die theoretische Gesamtdividende setzt sich zusammen aus dem realen Dividendenertrag deiner Wertpapiere (2) sowie dem theoretischen Ertrag deiner Cash-Position (5) – angenommen du würdest heute dein Cash mit der jeweiligen Dividendenrendite investieren.

    7 Das Ergebnis aus Punkt 6 wird hier auf einen Monat runtergerechnet.
    Download: Meine Newsletter-Abonnenten können sich die Excel Datei nach der Anmeldung kostenfrei herunterladen. Du bist noch kein Newsletter Abonnent? Hier LINK kannst du dich kurz eintragen. Du erhältst direkt im Anschluss den Link zum Download-Bereich. Du bist bereits für den Newsletter angemeldet? Dann findest du den Link zur Downloadseite in jedem Newsletter am Ende der Einleitung.

    Excel Version 2 – theoretische Gesamtdividende + Fremdkapital

    An dieser Stelle finden die Dividenden-Alarm Mitglieder die Erläuterungen zur zweiten Excel Datei. Hier kann neben der normalen Berechnung wie in der ersten Excel Datei, auch das Fremdkapital simuliert werden. Was dich als Dividenden-Alarm Mitglied erwartet, kannst du dir hier durchlesen. LINK Du bist bereits Dividenden-Alarm Mitglied? Dann melde dich bitte auf der Login-Seite an und komme wieder hierher zurück.
    8 In dieses Feld solltest du die Anzahl der Monate eintragen, die du für die Rückzahlung deines Wertpapierkredites geplant hast. Während dieser Zeit werden sämtliche monatlichen Erträge für die Kreditrückzahlung aufgewendet.

    9 Zur Berechnung der Kredithöhe werden neben deinen Dividendenerträgen und Sonderzahlungen auch deine monatlichen Sparraten verwendet. Gebe daher den monatlichen Sparbeitrag ein den du in den nächsten Monaten (8) auf jeden Fall für die Tilgung aufbringen kannst.

    10 Die monatlichen Dividenden setzen sich zusammen aus deinen aktuellen Dividendenerträgen (2) sowie aus den zu erwartenden Dividenden deiner Cash-Position (5). Unterstellt wird an diesem Punkt, dass die Kreditaufnahme erst erfolgt, wenn du dein Cash bereits investiert hast. Zur Berechnung der Kredithöhe wird nur die derzeitige durchschnittliche Dividendenrendite verwendet. Solltest du dein Cash mit einer höheren Rendite anlegen können, dann wird sich dadurch die Rückzahlungslaufzeit verkürzen.

    11 Der Punkt Sonderzahlungen ist dafür gedacht, auch unregelmäßige Zahlungen innerhalb der Kreditlaufzeit (8) mit zu berücksichtigen. Hier kannst du alle Beträge aufsummieren, die sich ansammeln werden. Das können Sonderzahlungen oder auch Steuerrückzahlungen sein. Ich trage hier auch fiktive Beträge für Aktienverkäufe ein. So gehe ich davon aus, dass ich im oben genannten Zeitraum, die ein oder andere Aktie mit einem Verkaufssignal veräußern werde. Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich diesen Wert ganz gut abschätzen (inkl. Sicherheitsabschlag).

    12 Die Kreditberechnung orientiert sich an den monatlichen Erträgen. Dazu zählen die Sparraten, die aktuellen Dividendenerträge sowie die Erträge für die Cash-Position. Die gesamten Sonderzahlungen werden auf die gewünschte Kreditlaufzeit heruntergerechnet. Um die Zinsen für den Kredit abzudecken, wird immer mit einem Monat weniger gerechnet, als in Punkt 8 angegeben wurde. So ist gewährleistet, dass der Kredit inkl. Zinsen vor Ablauf der gewählten Laufzeit getilgt wurde.

    Die Höhe des Kreditanteils wird errechnet aus dem aktuellen Depotwert (1), der aktuellen Cash-Position (3) sowie der berechneten Kredithöhe (12). In unserem dargestellten Beispiel haben wir Dividendenaktien im Wert von 100.000 Euro, einen Cashbestand von 10.000 Euro und nehmen zusätzlich Fremdkapital auf in Höhe von ca. 19.000 Euro. In Summe hat unser Depot somit einen Wert von 129.000 Euro und einen Kreditanteil von knapp 17%.

    13 Die empfohlene und monatliche Tilgungsrate setzt sich zusammen aus den bisherigen realen Dividenden, den theoretischen Dividenden für die Cash-Position, den Sonderzahlungen (geteilt durch die Anzahl der Monate), der monatlichen Sparrate sowie der Dividenden für den Kredit. Die Kreditrückzahlung ist so berechnet, dass sie inkl. Zinsen vor Ablauf der eingestellten Monate (8) erfolgt.

    14/15 Anhand des ermittelten Kredites wird hier angezeigt, welche jährlichen Dividendenerträge zu erwarten sind. Da die Vorgabe der Dividendenrendite ein Nettowert ist, handelt es sich bei den Erträgen auch um Nettoerträge (nach Steuern).

    16 Die theoretische Gesamtdividende setzt sich zusammen aus der bisherigen theoretischen Gesamtdividende (6) + der Dividende die nun aufgrund der Kreditaufnahme noch hinzukommt (14).

    17 Das Ergebnis aus Punkt 16 wird hier auf einen Monat runtergerechnet.
    Download: Den Download der Excel Datei findest du im Servicebereich, den ich dir auf der Login-Seite verlinkt habe. Alternativ kommst du mit diesem Link direkt dorthin. Unter dem Punkt Exklusive Downloads LINK findest du diese Excel Datei.