Frag den Dividenden Investor - Teil 2 Mein Artikel Wie lebt es sich als Dividenden Investor? ist ein absoluter Dauerbrenner seit ich ihn im Juni 2018 veröffentlicht habe. Auch, wenn ich regelmäßig in Interview-Formaten bei meinen Kollegen eingeladen bin, so ergeben sich immer wieder zahlreiche neue Fragen. Es ist eine Mischung aus Fragen zu finanziellen Themen wie der Dividende, zu meiner Dividendenstrategie sowie Fragen die angehende Dividenden Investoren eben beschäftigen. Aber auch Themen ums dauerhafte Reisen, Freilernen, Steuern sparen und allgemein unserem Lifestyle werden immer wieder gestellt.

Mittlerweile reisen wir als ReiseFamily bereits im dritten Jahr und wir planen aktuell grob die kommenden zwei Jahre. Die Fragen zu diesen Themen würde ich separat beantworten und dann auf ReiseFamily.com veröffentlichen. Für den heutigen Artikel soll es rein um die finanziellen Fragen gehen. Schreibt mir bitte eure Fragen, egal zu welchem Thema, dann kann ich mich direkt an die Aufbereitung dieser Fragen machen.

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Alex Fischer im Dividenden Investor Interview

Zu Beginn möchte ich gern kurz noch einen Überblick über meine bisher veröffentlichten Interviews geben. Anhand der Symbole hinter den Bezeichnungen und der Links erkennt ihr, ob es sich bei dem Interview um einen Blogartikel, einen Podcast oder ein Video handelt. Wenn ihr mehr über mich, meine Projekte, meine Tools und mein Leben wissen wollt, dann findet ihr weiteren Content auf der Blog-Unterseite Über Alex Fischer.

Inhaltsverzeichnis – Folgende Fragen werden im heutigen Artikel beantwortet:

  • Wie viel Kapital benötigt ein Dividenden Investor, um von Dividenden leben zu können?
  • Wie viele Aktien hältst du im Depot?
  • Verwaltest du dein Kapital in einer GmbH oder in Estland in einer OÜ?
  • Welche Rolle spielt das Risiko im Portfolio im Zusammenhang mit Dividenden?
  • Wonach wählst du deine Dividendenaktien aus?
  • Wie viel Zeit brauchst du für deine Vermögensverwaltung?
  • Verkaufst du auch mal deine Dividendenaktien?
  • Wie hoch ist deine Dividendenrendite und hast du eine Mindestrendite?
  • Gehst du auch mal auf Hauptversammlungen?

Wie viel Kapital benötigt ein Dividenden Investor, um von Dividenden leben zu können?

Hierzu gibt es zwei Dinge die man berücksichtigen muss:
1. handelt es sich hier um einfachste Mathematik
2. Wer seine finanzielle Freiheit NUR mit Dividenden und anderen Kapitalerträgen hochrechnet, der muss am Ende den längeren Weg gehen, um sein Ziel zu erreichen.

Zu 1: Die Rechnung, wie viel Kapital man benötigt, ist im Grunde sehr simpel. Wissen muss man dazu eigentlich nur, wie viel Geld man alles in allem monatlich / jährlich zum Leben braucht. Wenn du dann noch weißt, wie viel Netto-Dividendenertrag du mit deinen Aktien erzielen kannst, dann kannst du direkt mit dem Rechnen loslegen.

Nehmen wir an ein Dividenden Investor benötigt 2.500 Euro netto pro Monat was 30.000 Euro im Jahr entsprechen. Dazu schaffst er es, eine durchschnittliche Netto-Dividendenrendite (Dividendenertrag nach Steuern) von 4% zu erzielen.

Nun rechnest du einfach den Jahresbetrag geteilt durch die Netto-Dividendenrendite und du erhältst das benötigte Kapital. In unserem Beispiel wären das 30.000 Euro geteilt durch 4% = 750.000 Euro. Beachte bitte unbedingt, dass du dir bei dieser Rechnung eine durchschnittliche Brutto-Dividendenrendite von mindestens 5,33% ins Depot legen, damit nach Abzug von Steuern auch 4% Netto-Ertrag übrigbleiben. So einfach die Theorie. In der Praxis würde ich so nicht meine finanzielle Freiheit abstellen.

Setze nie auf eine Ertragsquelle und bedenke den Kapitalverzehr

Zu 2: Diese Rechnung unterstellt einen hohen Dividendenertrag, der in der Regel mit wenig Wachstum einhergeht. Zudem wird dann praktisch der gesamte Ertrag von 4% (netto) oder 5,33% (brutto) direkt abgeschöpft um seinen Lebensunterhalt darstellen zu können. Dies wäre meiner Ansicht nach eine extrem risikovolle Entnahmestrategie mit Kapitalverzehr. Da darf praktisch nichts passieren, wie zum Beispiel Jahre mit einer Durststrecke (Finanzkrise, Corona-Lockdowns, Dividendenstreichungen usw.), damit einem die Auszahlungen nicht das Kapital auffressen. Zudem ist das Wachstum des Portfolios sehr eingeschränkt, das ja ständig Substanz entnommen wird.

Interessant ist hier die 4% Regel. Eine bekannte Entnahmestrategie, die es einem erlaubt langfristig von seinem Kapital zu zehren. Um nicht lange auszuholen, möchte ich gern auf zwei hilfreiche Artikel zu diesem Thema verweisen:
Warum die 4%-Regel für einen Dividenden Investor nicht als sichere Entnahmerate taugt von Dominik Fecht
Die 4% Regel und warum ich lieber mit 2,5 % rechne von Gisela Enders

Erfolgreich durch finanzielle Intelligenz: Auf der Überholspur in die finanzielle FreiheitSinnvoll wäre mit einem deutlich geringeren Dividendenertrag zu rechnen und auch mit einem höher als benötigten Kapitalbedarf. Einfach aus Sicherheitsgründen, Inflationsberücksichtigung und dem Depot auch Luft zum Atmen zu geben. Dies führt zwangsläufig zu höheren Kapitalvolumen und der Weg dorthin wird deutlich länger dauern.

Ich kann daher nur die Empfehlung aussprechen, sich nicht nur auf Kapitalerträge zu konzentrieren und sich um weitere Einnahmen zu bemühen. Es ist deutlich leichter, die im Beispiel genannten 2.500 Euro mit zwei, drei oder vier verschiedenen Einkommensquellen abzudecken. Idee wäre: Selbstständigkeit 1.000 Euro, Dividenden 1.000 Euro, staatliche / betriebliche Rente 500 Euro. Wenn der Anteil der Dividenden nur noch 1.000 Euro betragen kann, sieht die Rechnung schon deutlich freundlicher aus.

Wie viele Aktien hältst du im Depot?

Diese Frage hatte ich im ersten Teil dieser Q&A-Reihe bereits beantwortet. Hier habe ich erklärt, warum ich mal 60 bis 70 Werte im Depot halte und in anderen Marktphasen nur 30 Dividendenaktien.

Nach zwei kurz aufeinander folgenden Kaufphasen halte ich mittlerweile 69 Aktien sowie bei meiner Optionsscheinstrategie 6 Optionsscheine im Depot. Einsehen können meine Dividenden-Alarm Mitglieder meine Aktien auf der Blog-Unterseite Mein Depot.

Mein privates Depot inklusive TransaktionenNeben der Depotübersicht, die ich einmal im Jahr aktualisiere, gebe ich zu jeder Position ein paar Informationen wie du der kleinen Legende entnehmen kannst. Ergänzend liste ich sämtliche Transaktionen auf. Meine Mitglieder erfahren daher sofort, wann ich eine neue Dividendenaktie kaufe oder auch meinen Bestand reduziere.

In Zukunft möchte ich meine abgeschlossenen Trades auch im Newsletter auflisten. Darunter verstehe ich gemäß meiner Dividenden-Alarm Strategie eine Depotposition, die mit einem Kaufsignal gekauft und mit einem Verkaufssignal verkauft wurde. Interessant ist hier dann zu sehen, wie sich ein Wert während der gesamten Laufzeit inklusive Dividendenerträge entwickelt hat.

Verwaltest du dein Kapital in einer GmbH oder in Estland in einer OÜ?

Die Frage beruht darauf, dass die Vermögensverwaltung in einer Kapitalgesellschaft für einen Dividenden Investor durchaus steuerliche Vorteile bringen kann. Vorab mein Kurz-Kommentar dazu: Es ist kein guter Rat, sein Leben nach steuerlichen Aspekten auszurichten. Aber, wenn sich Optimierungen ergeben, sollte man sie genau prüfen und bei langfristiger Nachhaltigkeit auch umsetzen.

Sinn macht die Auslagerung von Vermögen in eine Kapitalgesellschaft grundsätzlich ab höheren Vermögensbeträgen. Ausgelegt sind solche Konzepte zudem für die Thesaurierung von Erträgen. Dem gegenüber steht ein höherer bürokratischer Aufwand und hiermit sind in der Regel auch Kosten für Bilanzierung und Steuerberatung verbunden. Ob sich das unterm Strich rechnet, muss individuell mit dem Steuerberater durchgesprochen werden.

Mein Blogger-Kollege Michael Kissig von Intelligent-Investieren.net hat dies für sich bereits umgesetzt und berichtet in diesem Artikel über die Vorteile und Nachteile einer solchen Konstellation.

Mich hat dieses Thema nie wirklich gereizt, da sich für mich durch mein Leben als Perpetuel Traveler durchaus andere und bessere Optionen bieten. Und das auch ohne eine Kapitalgesellschaft.

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Kosten und der bürokratische Aufwand müssen im Verhältnis stehen

Ich zahle zudem lieber den ein oder anderen Euro mehr und spare mir dafür aber einen Berg an Bürokratie. Wer sein Kapital privat verwaltet, hat zudem alle möglichen Freiheiten hier individuell Entscheidungen treffen zu können, ohne sich an Richtlinien oder steuerlichen Aspekten orientieren zu müssen. Aufgrund meiner aktuellen Lebenssituation, dem dauerhaften Reisen, macht eine Vermögensverwaltung in Deutschland für mich so gar keinen Sinn.

So ergeben sich im Ausland an vielen Stellen deutlich mehr Vorteile sein Kapital steuerschonend zu verwalten. Interessante Modell werden in dem Artikel Aktiengewinne versteuern – 4 Setups für steuerfreie Aktiengewinne & Kapitalerträge angesprochen.

Auch mein Kollege Roland Elias vom YouTube Kanal Steuern mit Kopf hat sich der „Trader GmbH“ angenommen und dazu ein sehr interessantes Video veröffentlich, welches ich dir an dieser Stelle gern mal einbinde.

Sollte ich in den kommenden Jahren den Bedarf spüren mit einer Base sesshaft zu werden, dann werde ich mir genau überlegen wo dies sein könnte und welche vorteilhaften Rahmenbedingungen sich dort ergeben würden. Zurück nach Deutschland wäre stand heute nicht unsere erste Wahl, denn eins darf man nicht vergessen, Deutschland gehört mit zu den wenigen Ländern, mit der höchsten Besteuerung auf allen Ebenen. So gibt es in anderen Ländern weder Abgeltungssteuern, noch eine Besteuerung auf Kurszuwächse oder eine Besteuerung auf Auslandseinkommen. Selbst die Einkommensbesteuerung ist oftmals deutlich geringer.

Welche Rolle spielt das Risiko im Portfolio im Zusammenhang mit Dividenden?

Risiko definiert ja jeder anders. Wer ein reines Wachstumsdepot hat, keine Erträge braucht, sein Einkommen aus anderen Quellen bezieht und sein Vermögen erst in einigen Jahren und Jahrzehnten verfügbar haben muss, dem ist nur wichtig, dass am Tag X in Y Jahren die geplante Summe zur Verfügung steht. Mögliche Dividendenerträge oder auch Dividendenausfälle spielen auf dem Weg dahin sicherlich weniger eine Rolle. Fehlendes Wachstum wäre ein viel höheres Risiko, da so der Zielwert nicht erreicht werden kann.

Wer sich wie ich, bereits in der Lebensphase befindet, in der man von seinen Erträgen leben will, dem ist reines Wachstum nicht mehr so wichtig. Hohe Priorität haben dann die Erträge aus zahlreichen Einkommensquellen und dass diese berechenbar sind, kontinuierlich eingehen und ohne großen (zeitlichen oder monetären) Aufwand auch weiterwachsen. Das Risiko von Ertragsausfällen ist hier sehr hoch. Das Risiko von fehlendem Wachstum dagegen gering.

Risikoanfälligkeit des Portfolios

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Risikoanfälligkeit des Portfolios. Man nehme einen Crash seiner Wahl und prüft dann, wie sich sein eigenes Portfolio damals verhalten hätte. Gerade die Auswahl der Themen und Branchen sowie die Gewichtung einzelner Werte und Assets spielen eine große Rolle, ob man gut oder schlecht durch eine Krise gekommen wäre. Und in der Krise zeigt sich immer erst das eigentliche Risiko.

Wer am Tiefpunkt einer Krise weiterhin keine finanziellen Probleme bekommt, der kann von einem deutlich geringen Risiko ausgehen. Probleme könnten sein, dass Erträge wegbrechen, man gezwungen ist Assets zu Schleuderpreisen auf den Markt zu werfen und in der Krise erst merkt, dass man auf dem völlig falschen Weg war und sein Vermögen falsch aufgeteilt hat.

Das Risiko ist also je nach persönlicher Situation unterschiedlich gewichtet. Selbst die Halbierung der Erträge und des Depots muss am Ende kein großes Risiko bedeuten, wenn man diese Phase in Ruhe aussitzen und optimistisch in die Zukunft blicken kann, während die aktuelle Situation keine weiteren Probleme bereitet oder zu nicht gewollten Handlungen zwingt.

Wonach wählst du deine Dividendenaktien aus?

Vermögen aufbauen durch Ertragsoptimierung © Jakub Jirsák Die Grundpfeiler meiner Dividendenstrategie sind auf die richtige Marktphase zu setzen und ausschließlich in unterbewertete Aktien zu investieren. Für mich steht die Ertragsqualität über dem Wachstum. Helfen tun mir dabei mein Indikator sowie meine Aktiensignale – beide sind Bestandteil meiner Dividenden-Alarm Strategie.

Erkennt der Indikator eine Kaufphase (Ampelfarbe grün) und eine Aktie ist dann mit einem Kaufsignal unterbewertet (Ampelfarbe grün), dann beginne ich mir solche Unternehmen näher anzuschauen und auf Herz und Nieren zu überprüfen. Wichtig sind mir dann in erster Linie eine hohe Kontinuität der Dividende, dass die Unternehmen hoch kapitalisiert sind und damit auch zu den Big Playern ihrer Branche zählen.

Als nächstes beginne ich damit verschiedenen Kriterien und Kennzahlen zu überprüfen. Mein sogenanntes 3 Stufen Modell habe ich in dem Artikel Die 3 Schritte meiner Aktienanalyse – Wie ich unterbewertete Aktien finde ausführlich beschrieben.

Kurzüberblick der 3 Stufen

1. Stufe: Erste Indikatoren verwenden und relevante Aktien finden

Beginnen tue ich hier mit den Kaufsignalen meiner Dividenden-Alarm Strategie. Dazu ist es wichtig zu wissen, aus welchen Branchen ich noch Aktien in meinem Depot gebrauchen kann. Im nächsten Schritt sind Länder, Währungen und Quellensteuer schnell selektiert und Exoten aussortiert. Ein Blick auf die Marktkapitalisierung und die Dividendendaten bringen schnell Licht ins Dunkel.

2. Stufe: Kennzahlen sind nicht alles

Der Fokus sollte hier mehr auf der Story und dem Potential einer Aktie liegen und weniger auf reinen Kennzahlen. In der Situation wo wir uns hier befinden, sehen diese oft nicht sonderlich rosig aus, eben darauf entsteht ja die Unterbewertung. Wir suchen praktisch das hässliche Entlein und keinen schönen Schwan.

3. Stufe: Mit Blick auf den Chart gute Einstiegspunkte definieren

Auch wenn man kein großer Charttechniker ist, so lohnt oft ein Blick auf den Chart um markante Marken zu erkennen. So lohnt es sich an neuralgischen Kursmarken zu positionieren um nicht zu viel für eine Aktie zu zahlen. Man sollte hier auch weniger nach genauen Kursen suchen und sich mehr auf Kursranges orientieren. So kann ein gewisser Korridor oft leichter ermittelt werden, um sich mit seinem Einstieg zu positionieren.

Mein Tipp: Jeder sollte sich ein eigenes Handout erstellen und dort Regeln, Bedingungen und Voraussetzungen detailliert definieren, damit die Aktienanalyse leichter von der Hand geht.

Wie viel Zeit brauchst du für deine Vermögensverwaltung?

Grundsätzlich versuche ich in allen Themen nur wenig Zeit zu verbrauchen. Ich schaffe es aktuell mit nur 2 Stunden am Tag mein gesamtes Business zu organisieren. Mehr Zeit-Invest würde sicherlich bedeuten, das Business weiter auszubauen. Interesse habe ich daran allerdings nicht.

Dazu schaue ich mir das aktuelle Tagesgeschehen in meinem Depot an und lese mich durch die News meiner Depotwerte. Alles in allem braucht das keine 30 Minuten am Tag, auch wenn ich fast 80 Werte im Depot habe, denn mein Augenmerkt liegt nur auf den Aktien, die aktuell ein Verkaufssignal generieren. Nur hier besteht Handlungsbedarf und bei allen anderen Werten (Neutral / kein Signal) schaue ich nur allgemein nach dem rechten. Kaufsignale stehen für mich nur dann im Fokus, wenn mein Indikator mindestens nahe einer Kaufphase (Indikator) steht.

Der Großteil meiner Aktien bedarf also keiner gesonderten Beachtung. Wichtig ist hier nur, dass hier ganz normal die Dividenden fließen und wachsen.

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Verkaufst du auch mal deine Dividendenaktien?

Aber sicher doch, das gehört zu meiner Dividendenstrategie dazu. Meinen Ansatz nenne ich nicht umsonst Buy-and-Hold-and-Sell. Ich kaufe Dividendenaktien mit Unterbewertung und um sie langfristig zu halten und verkaufe sie erst dann, wenn sie überbewertet sind. Zwischen diesen beiden Punkten können mitunter viele Jahre liegen, in denen die Aktien in meinem Depot liegen und ich einfach nur die Dividenden kassiere.

Mit Blick auf meinen Dividenden-Alarm Indikator gibt es zudem dreimal häufiger die Gelegenheit Aktien in unterbewerteten Marktphasen zu kaufen, als sie in überbewerteten Märkten zu einem hohen Aktienkurs zu verkaufen. Also kaufe ich immer wieder bei Unterbewertung Aktien nach und verkaufe die Shares später irgendwann, wenn eine Aktie auch wieder überbewertet ist.

Bei meinen abgeschlossenen Trades (Kauf mit Kaufsignal und Verkauf mit Verkaufssignal) konnte ich so in den letzten Jahren hohe jährliche Gesamtrenditen (Aktienkurs + Ertrag) zwischen 15 und 30% erzielen. Praktisch alle Ergebnisse lagen über den durchschnittlichen Ergebnissen der üblichen Indizes.

Wie hoch das tatsächliche Ergebnis am Ende aussieht, weiß man schlussendlich immer erst beim Verkauf zum tatsächlich erzielbaren Aktienkurs. Während der Wartezeit erhält man aber überdurchschnittlich hohe und kontinuierliche Dividendenerträge. Der größte Turbo ist dann meist der Kursaufschlag, den man gerade in einer Übertreibungsphase erzielt. Bestes Szenario wäre hier eine Verkaufsphase + Verkaufssignal.

Der Grundgedanke hinter dieser Vorgehensweise

Schlägt man nicht im Supermarkt auch als Schnäppchenjäger zu, wenn es ein Produkt zum halben Preis gibt? Erst recht, wenn es sich dabei um ein Produkt handelt, welches kein Verfallsdatum hat und nur selten mit 50% Rabatt im Angebot ist? Kauft man dann nicht auch gleich mehrere Stücke auf Vorrat?

Und wenn dieses gleiche Produkt, irgendwann doppelt so viel kostet, weil vielleicht die Nachfrage enorm ist, Rohstoffpreise explodiert sind oder man es nicht mehr überall bekommt, würde man dann genauso vorgehen und sich auch einen Vorrat anlegen? Ich denke nicht. An diesem Punkt würde man versuchen die gehorteten Stücke gewinnbringend wieder zu veräußern, jetzt zu deutlich höheren Preisen.

Warum sollten wir uns an der Börse nicht genauso vorhalten? Ausschließlich günstig kaufen (Unterbewertung) und wenn teuer, dann verkaufen (Überbewertung), um mit dem Cashflow wieder neue günstig Werte einzusammeln.

Wie hoch ist deine Dividendenrendite und hast du eine Mindest Rendite?

Eine Mindest Rendite beim investieren habe ich nicht, denn so würde ich mich nur besonderer Chancen verwehren. So halte ich auch Disney Aktien die im Schnitt nur 1,2% an Rendite abwerfen oder auch Aktien wie Pan American Silver, deren Dividendenrendite auch mikroskopisch klein ist.

Hätte ich eine Mindestrendite, würde ich mich solchen Unternehmen verschließen. Dazu zählt für mich immer das Gesamtpotential was sich aus Ertrags- und Kursrendite ergibt und nicht nur meine reine Ausschüttung.

Da mein Fokus auf der Unterbewertung eines Unternehmens liegt, bietet mir dieser Zustand zum einen ein hohes Kurspotential auf Sicht der nächsten Jahre, da die Aktie ja aktuell unterbewertet ist. Zum anderen ist zum Kauf-Zeitpunkt die Dividendenrendite bereits überdurchschnittlich hoch, also bekomme ich auch höhere Erträge als sonst üblich bei der jeweiligen Aktie.

Die Dividendenrendite meines Depots ändert sich mit schwankenden Kursen und sich verändernden Dividenden ständig, aber zum heutigen Zeitpunkt und nur mit Blick auf das investierte Kapital was in meinen Dividendenaktien steckt, beträgt meine Netto-Dividendenrendite aktuell 3,48%.

Hierbei sind auch ein paar Werte enthalten, die aktuell die Dividende gekürzt oder gestrichen (Walt Disney, Shell, Compass Group usw.) haben.
Daher dürfte der Wert in den kommenden Monaten sicherlich auch wieder zurück an die 4,5% Marke laufen.

Gehst du auch mal auf Hauptversammlungen?

Ganz ehrlich? Ich als langjähriger Aktionär und Dividenden Investor war noch nie auf einer Hauptversammlung. Mich als Anleger hat das noch nie gereizt, da mal unbedingt hinzumüssen. Und wenn ich von anderen höre, dass sie auf einer Hauptversammlung waren, dann irgendwie auch nur, wegen dem ach so tollen Essen, welches es dort gibt.

Ist es wirklich wichtig, als Aktionär vor Ort zu sein? Ich denke nicht. Bei Bedarf kann ich meine Stimme delegieren und sämtliche Informationen kann ich mir online besorgen. Wenn ich es als wichtig erachte, könnte ich mich in die Agenda und Themen einlesen und mich aktiv beteiligen.

Mittlerweile wurden ja viele Hauptversammlungen sogar online abgehalten, was ich eine gute Idee finde und gibt mir als Aktionäre auch die Möglichkeit gibt, ohne eine lange und kostenaufwendige Anreise teilnehmen zu können.

Dazu halte ich 69 Unternehmen in meinem Depot, was bedeuten würde, dass ich ein ganzes Jahr weltweit unterwegs sein müsste, da ich ja nie an dem Wort wohne, an dem die Hauptversammlung stattfindet.

Für Anleger & Aktionäre sind die besprochenen Informationen und Beschlüsse wichtig. In der Regel werden solche Dinge medial schnell verarbeitet und der Allgemeinheit und den Aktionären zur Verfügung gestellt. Mir entgeht also nichts.

Das waren wieder einige Antworten auf eure Frage und ich hoffe ihr habt weitere Fragen. Schreibt mir bitte eure Fragen, egal zu welchem Thema.