Asien Aktien gehören in jedes DepotMittlerweile sehe ich meinen Lebensmittelpunkt mehr in Asien als in Europa. Am Puls der Zeit heißt es immer so schön. Das passt sehr gut zur Situation Asiens. Hier pulsiert das Leben und an allen Ecken und Enden spürt man die Dynamik und das Wachstum. Hier will ich sein, hiervon will ich partizipieren. Obwohl Asien sehr lebenswert ist und praktisch für jeden etwas bietet, so ist es dennoch nicht für jedermann geeignet. Klima, Mentalität, Kulinarisches, Traditionen und auch völlig fremdartige Dinge gibt es hier. Man muss bereit sein für Neues und für Veränderungen.

In meinem Artikel möchte ich heute einen Blick auf die Chancen Asiens werfen und wie wir als Investoren davon profitieren können. Dabei erwartet uns auch in der Wirtschaft eine völlig andere Kultur und wir können nicht davon ausgehen, 1:1 auf gleiche Art und Weise wie in Europa oder Amerika investieren zu können. Es gibt aber für alles eine Lösung. Hilfreich ist hier ein altes chinesisches Sprichwort: „Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten.“

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Asien ist uns näher als wir glauben

Die wenigsten sind bereits mal nach Asien gereist. Zu fern liegt dieser Kontinent und zu abstrakt wirken hier oft Traditionen und Lebensweisen. Dabei ist Asien in vielerlei Hinsicht für uns Europäer omnipräsent. Gerade aufgrund der geringen Lohnkosten, findet jeder irgendeine Verbindung nach Asien. Ob es das neuste Smartphone ist, billige Plastikprodukte oder einfach über 80% der Dinge die wir in unserem Alltag verwenden. Asien ist die Werkbank der Welt.

Asien, insbesondere China, wird in unserer Gesellschaft oft als Billigheimer wahrgenommen. Vieles was aus Asien kommt, kann mit den gewohnten Qualitätsstandards nicht mithalten – so zumindest die einhellige Meinung. Aber Asien kann auch anders. iPhones und iPads, sowie unzählige andere Markenprodukte verschiedenster Hersteller wie Adidas und Co. werden ausschließlich in Asien produziert. Hier scheint die Qualität offenbar zufriedenstellend zu sein. Allerdings preiswert oder billig sucht man hier vergebens. Asien steht vielmehr für: Du bekommst die Qualität, die du bestellst und bezahlst. Alles ist möglich.

Von welchem Asien sprechen wir überhaupt?

Wenn wir von Asien sprechen, meinen wir damit häufig Staaten aus Südasien, Ostasien und Süd-Ostasien. Die Länder, die immer noch zu den Emerging Markets zählen und auf enormen Wachstumspotentialen sitzen. Teilweise sind die Entwicklungschancen derart riesig, dass man in unserer Welt die schiere Größe der zukünftigen Wirtschaftsleistung überhaupt nicht erfassen kann. Einfach, weil wir solche Größenordnungen nicht ins Verhältnis setzen können und auch weil sich Europa seit Jahren nur noch selbst haushaltet und verbürokratisiert. Eine dynamisch wachsende Entwicklung gibt es schon länger nicht mehr.

Ich möchte mich daher in meinem Artikel heute auf die genannten Regionen konzentrieren. Vorderasien im eher arabisch geprägten Raum oder auch Zentralasien mit den Teilen der ehemaligen UdSSR sind hier mal ausgenommen. Etwas salopp formuliert könnte man sagen: Alles ab Indien bis nach Japan!

Guter Einstieg in die Thematik mit Karl Pilny & Frank Sieren

Bevor wir starten, möchte ich euch noch zwei Autoren und ihre thematisch passenden Bücher vorstellen, die mir beim Verständnis für dieses Thema sehr geholfen haben. Karl Pilny und Frank Sieren sind absolute Asien-Experten und sie haben etliche Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.

Ob in „Asia 2030“ oder in „Zukunft? China!“, in ihren Büchern erklären sie sehr eindrucksvoll, welche riesigen Mächte in Asien am Entstehen sind. Mehr als die Hälfte der Menschen auf unserem Planeten, lebt in Asien. In den Metropolregionen von zwei bis drei der größten Städte Asiens, wohnen mitunter mehr Menschen als im gesamten Deutschland. Die beiden Autoren zeigen fortwährend immer neue riesige Zahlen auf, die man erst einmal richtig begreifen lernen muss. Wer sie sinnvoll ins Verhältnis setzt, der merkt schnell, dass Europa nur der Wochenmarkt im zukünftigen Welthandel ist.

Buchautor Karl Pilny

Die Weltwirtschaft steht vor einer Zeitenwende: Asien ist dabei, endgültig die Vorherrschaft im globalen Wettbewerb zu übernehmen. Der Kontinent, auf dem über die Hälfte aller Menschen lebt, setzt sich als Technologiechampion an die Spitze – flankiert von den neuen Seidenstraßen, einem der ehrgeizigsten Infrastrukturprogramme in der Geschichte der Menschheit.

Der Asienexperte Karl Pilny führt uns in das Innere dieses neuen Wirtschaftswunders und erläutert, wer die neuen Mächte in Asien sind. Pilnys Fazit ist anschaulich und belegt: Es entsteht eine multipolare Welt, in der schon bald vier der fünf mächtigsten und reichsten Länder asiatische Länder sein werden.

Publikationen von Karl Pilny
Karl Pilny war bereits zu Gast bei Echtgeld.TV. Er spricht bei Tobias & Christian über die rasante Entwicklung der fernöstlichen Staaten und gewährt einen tiefen Einblick in seine, in den vergangenen drei Jahrzehnten vor Ort, gesammelten Erfahrungen. Dabei geht er auf die hochinteressanten geschichtlichen Zusammenhänge ein und beleuchtet vor diesem Hintergrund die Chancen und Risiken der asiatischen Märkte heute. Daher: Augen und Ohren auf, wer sein Depot mit Werten aus China und Japan oder auch Indien und Indonesien anreichern möchte!


Buchautor Frank Sieren
China ist keine ferne Bedrohung mehr, China ist da! Politisch und wirtschaftlich. Das Reich der Mitte ist ehrgeizig, schnell und gut organisiert, es ist innovativ wie das Silicon Valley und bestimmt zunehmend die internationalen Spielregeln. China setzt auf Wachstum und digitale Technologien und hält sich nicht mit dem westlichen Demokratiemodell auf. Auf allen Kontinenten investiert es in Bodenschätze, Schlüsselindustrien und Infrastruktur – auch bei uns. Aus erster Hand zeigt der China-Experte Frank Sieren, wo China uns direkt herausfordert und was die neue Weltmacht für uns bedeutet: sowohl Chance als auch Gefahr.

Publikationen von Frank Sieren
Die Welt ordnet sich neu! Aber wer wird in der Zukunft die Macht übernehmen? China-Experte Frank Sieren hat dazu eine klare Meinung: China wird die Nummer eins – und wird uns künftig dominieren! Egal ob bei künstlicher Intelligenz oder Elektro-Mobilität – China gehöre die Zukunft und nicht dem Silicon Valley! Aber wie dominant wird das Reich der Mitte sein? Müssen wir Angst haben vor der autoritären Supermacht? Und was spricht gegen den ungebremsten Aufstieg Chinas? All diese Fragen beantwortet Sieren in diesem Interview.


Ein Blick zurück: Asien als Entwicklungsregion

Gehen wir zurück ins Jahr 1970. Schaut man sich die Liste der globalen Wirtschaftsmächte damals an, dominieren hier die USA und Staaten aus Europa. Einziger asiatischer Vertreter war Japan auf dem dritten Platz. Der nächste asiatische Staat folgte erst auf Platz 7 – China. Während die USA auf Platz 1 mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1.073 Billionen USD dominieren, kommen Deutschland (215 Mrd. USD) und Japan (212 Mrd. USD) auf den Plätzen zwei und drei, nicht einmal zusammen auf die Hälfte des US-Wertes. China steht mit 92 Mrd. USD knapp vor Kanada und erreicht nicht einmal 10% der US-Wirtschaftsstärke. Indien auf Platz 9 rundet die asiatische Beteiligung in den Top 10 ab. Erst auf Platz 32 folgt dann Indonesien.

1990, gut zwanzig Jahre später, sieht die Liste immer noch sehr ähnlich aus. Japan ist auf Platz 2 aufgestiegen (5,8 Billionen USD) und liegt fast gleichauf mit den USA (5,9 Billionen USD). Deutschland liegt mit großem Abstand (1,6 Billionen USD) auf Platz drei und Japan ist 1990 sogar der einzige asiatische Vertreter in den Top 10. China folgt erst auf Platz 12 mit 398 Mrd. USD vor Indien auf Platz 13 (326 Mrd. USD) und Südkorea auf Platz 17 (288 Mrd. USD).

Wieder zwanzig Jahre später steht China hinter den USA (15 Billionen USD) auf dem zweiten Platz (12,6 Billionen USD) und vor Japan (5,7 Billionen USD). Deutschland mit 3,4 Billionen USD steht noch auf Rang vier. Indien liegt auf dem neunten Platz (1,7 Billionen USD), Südkorea auf Platz 14 (1,1 Billionen USD) und Indonesien auf Rang 18 (755 Mrd. USD).

Aktuell befinden sich 4 asiatische Länder in den Top 10

Die letzten Zahlen aus dem Jahr 2019 lassen bereits eine neue wirtschaftliche Weltordnung erkennen. Die asiatischen Staaten holen sehr stark auf! Mit China, Japan, Indien und Südkorea befinden sich bereits vier Volkswirtschaften unter den größten der Welt. Weitere fünf aufstrebende Länder folgen unter den ersten 25 Staaten.

Die Entwicklung zeigt sehr gut, dass sich gerade asiatische Länder in den letzten Jahrzehnten im Ranking immer weiter nach oben gearbeitet haben. Während früher nur Japan eine signifikante Rolle spielte und Deutschland weltweit gesehen noch ein Primus war, haben zahlreiche asiatische Staaten mit enormen Wachstumsraten Einzug ins wirtschaftliche Oberhaus gehalten und damit zwangsläufig andere Staaten überholt.

Somit hat sich der Wert der USA von 1970 bis heute von 1.073 Billionen auf 21.433 Billionen ver-21-facht. Japan (x23) und Deutschland (x18) liegen auf einem ähnlichen Niveau. China hingegen hat sein Bruttoinlandsprodukt von 0,092 Billionen auf 13,3 Billionen gesteigert und damit ver-145-facht. Ähnlich sieht es bei Indonesien (x113), Taiwan (x103) und auch Südkorea (x191) aus. Selbst die Philippinen (x50) und Indien (x44) haben ein deutlich stärkeres Wachstum hingelegt als die USA.

Wenn wir die bisherige Entwicklung berücksichtigen und diese für die Zukunft hochrechnen, dann wird Deutschland in Kürze seinen vierten Platz verlieren und in den kommenden Jahren immer weiter nach unten durchgereicht werden.

Der Catch-up-Effekt und die startende Globalisierung

Während sich Unternehmen aus den westlichen Industriestaaten um die Pionierarbeit kümmern müssen, um effizientere Produkte und neue Dienstleistungen zu entwickeln, fällt es den Entwicklungsländern entsprechend leichter, vorhandene Ressourcen, Entwicklungen und Gegebenheiten zu nutzen und darauf aufbauend zu wachsen. Insofern ist dieser Aufholeffekt der asiatischen Staaten mit Blick auf die Globalisierung und die damit verbundene weltweite Vernetzung und Digitalisierung durchaus logisch. Wer heute mit dem Laufen anfängt, wird sich deutlich schneller steigern können als zum Beispiel Usain Bolt, der den Sprint-Weltrekord hält und kaum Möglichkeiten hat, diesen erneut zu brechen.

Ein elementar wichtiger Punkt ist allerdings, dass die Steigerungskurve nicht skalierbar ist. Bereits etablierte Staaten wie USA, Japan, Deutschland sowie Frankreich und viele weitere, stagnieren im Wachstum, weil sie sich um eine vergleichsweise alte Gesellschaft kümmern müssen. Die Versorgung der Alten durch die Jungen ist ein seit langem heiß diskutiertes Thema. Die demographische Pyramide in Deutschland hat ihre große Ausprägung in den Altersgruppen von 40 bis 60 Jahren (23,6 Mio.) und älter (23,7 Mio.). Die Gruppe der bis zwanzigjährigen beträgt lediglich 16,2 Mio. und die der 20- bis 40-Jährigen nur 19,6 Mio.

Die Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten zeigt das eigentliche Problem. Rechnen wir die heutigen Werte 20 Jahre weiter, verschieben sich die Ausschläge der heute 20- bis 40-Jährigen sowie der 40- bis 60-Jährigen weiter nach rechts. In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen rücken dann lediglich rund 9 Mio. Menschen nach. Während also heute das Verhältnis arbeitsfähiger Menschen (20 bis 65 Jahre alt) zu Rentnern rund 49 Mio. zu 18 Mio. beträgt und sich daraus ein Quotient von 2,72 errechnen lässt, verschiebt sich dies in zwanzig Jahren zu 23-28 Mio. Rentnern zu 28 Mio. arbeitsfähigen Menschen. Der Quotient verändert sich hin zu einem Wert von 1,0 bis 1,2.

Das Problem mit der Alterspyramide

Schaut man sich im Vergleich dazu die Alterspyramide asiatischer Staaten an, fällt bei den meisten eine gegenläufige Entwicklung der Verteilung auf. Einzige Ausnahme ist hier Japan, die bei einer gleichbleibenden Geburtenrate mit einer zunehmend alternden Verteilung zu kämpfen haben. In Staaten wie Indonesien, Südkorea oder auch Taiwan fällt auf, dass der „Bauch“ in der Verteilung viel weiter unten angesiedelt ist.

Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig, aber Karl Pilny beschreibt dies in seinem Buch sehr simpel und verständlich. Durch das Wirtschaftswachstum und die damit stärker werdende Wirtschaft entsteht immer mehr Wohlstand. Die Menschen bewerten ihre Lebensgrundlage als sicherer und sehen Zukunftsperspektiven. Dies wiederum führt dazu, dass sie Familien gründen und damit einen Kreislauf in Gang setzen, der für jungen Nachwuchs sorgt, welcher in 20 Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Die Entwicklung in Deutschland sowie in anderen europäischen Staaten, ist hier seit Jahrzehnten rückläufig. Eine seit Jahren abschwächende Wirtschaft, im Verhältnis zur weltweiten Entwicklung, führt eben zu Unsicherheiten, zu pessimistischen Zukunftsperspektiven und damit automatisch zu geringeren Geburtenraten. Während in Deutschland der Anteil der unter 20-Jährigen von 30,4% im Jahr 1950 auf 26,8% 1980 zurückgegangen ist, liegt der Wert seit 2010 beständig bei 18,4%. Hingegen stieg der Wert der über 60-Jährigen von 19,4% (1980) auf 28,5% im Jahr 2019.

Ein hohes Wohlstandsniveau führt unter anderem auch dazu, dass sich die Lebenserwartung weiter erhöht. Bessere Lebensumstände sowie eine fortgeschrittene medizinische Versorgung sorgten bereits dafür, dass sich die Lebenserwartung im Jahr 1950 von 64 und 68 Jahren (Männer und Frauen) auf 79 und 83 im Jahr 2020 erhöht hat. Die Lebenserwartung stieg innerhalb von 70 Jahren um 15 Jahre. Statistiker gehen davon aus, dass wir im Jahr 2060 mit einer Lebenserwartung von 84 bzw. 88 Jahren ausgehen können.

Asien hat hier Vorteile, die Europa nur schwer kompensieren kann

Wirft man einen objektiven Blick auf die Zahlen dieser expandierenden Volkswirtschaften mit ihren deutlich jüngeren Bevölkerungen, muss man schlussendlich zu dem Fazit kommen, dass den asiatischen Ländern eine deutlich leistungsfähigere Zukunft bevorsteht. Während die Gesellschaft in Deutschland sowie Europa von immer mehr Alten bestimmt wird, die schlussendlich nicht mehr als Berufstätige zur Verfügung stehen, bieten die asiatischen Staaten aufgrund ihres wachsenden Wohlstands und der daraus resultierenden Bevölkerungsexplosion, ein deutlich höheres Potential.

Nun bestehen heute immer noch große Unterschiede zwischen dem europäischen und asiatischen Wohlstand. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschlands sieht die Weltbank 2019 in ihrer Untersuchung auf Platz 26 mit einem Wert von 46.258 USD. Indonesien liegt hier gerade einmal bei 4.135 USD, Thailand bei 7.808 USD, Malaysia bei 11.414 USD und China erst bei 10.261 USD.

Im ersten Moment könnte man meinen, dass der Abstand beeindruckend und ausreichend ist. Wer sich aber den zeitlichen Verlauf anschaut stellt fest, dass die asiatischen Staaten einen sehr steilen, stark progressiven Kurvenverlauf vorweisen können. Europa hingegen stagniert seit 2005 und das Niveau fällt seit dem leicht ab.

Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten – weder in Asien noch in Europa

Deutschland und Europa haben ein offensichtliches Problem, welches sich zweifelsfrei mit einer frühzeitigen und intelligenten Zuwanderungspolitik hätte lösen lassen. Die missglückte, praktische Umsetzung dieser Thematik führt seit Jahren zu einer sehr konträren politischen Diskussion und Wohlstandsentwicklung. Was schlussendlich auch erklärt, warum seit einigen Jahren überdurchschnittlich viele Menschen Deutschland den Rücken kehren. Es sind zumeist die Leistungsträger und nicht die wirtschaftlich Schwachen.

Überhaupt fällt auf, dass Europa und damit auch Deutschland, gern in einer ausufernden Bürokratie und in hohen Steuern versinkt. Dazu verzichtet man auf steuerliche Anreize für Unternehmen und Mittelstand und stellt sich immer mehr als das Sozialamt der Welt auf. Darüber hinaus wird viel lieber über Probleme diskutiert, anstatt sie anzupacken und ganz pragmatisch zu lösen. So wurden EU-weit abertausende sinnfreie Vorschriften erlassen und jahrzehntelang wird an Bahnhöfen und Flughäfen gebaut, während andere Länder in vier Jahren einen der größten Airports weltweit aus dem Boden stampften. Der neue Flughafen in Peking ist dabei fast fünf Mal größer als der neue und mittlerweile doch wieder alte Berliner Flughafen BER.

Asien verfolgt zudem eine gänzlich andere Philosophie wie die Europäer. Karl Pilny hat dies in seinem Buch wie folgt beschrieben: Allein die schiere Masse an Ingenieuren im Vergleich zur westlichen Welt (bis zum 10-fachen), wird dazu führen, dass Produkte von ähnlicher Qualität wie in Deutschland in doppelter Menge zum halben Preis in China produziert und von dort in die ganze Welt exportiert werden können. Das klingt sicherlich noch unrealistisch, aber wenn nur ein Großteil davon eintritt, dann verändert das alles.

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Eins ist klar: Da will ich dabei sein!

Im ersten Teil meines Artikels habe ich versucht auf die hauptsächliche Thematik einzugehen. Dieser Punkt ist enorm wichtig, um selbst zu verstehen, dass ein Umdenken stattfinden muss. Wir können nicht mehr warten, dass sich in unserer Welt etwas verändert. Wir müssen dort hingehen, wo sich die Chancen bieten – wenn schon nicht leibhaftig, dann wenigstens mit unseren Investments. Wer die Möglichkeiten erkannt hat und hier in Zukunft partizipieren will, der muss beginnen die neue Welt auch in sein Depot aufzunehmen.

Karl Pilny sieht übrigens durch die Industrialisierung große Chancen in der Landwirtschaft und damit außerordentliche Chancen für die Agrar-, Nahrungsmittel- sowie Verpackungsindustrie. Allein die Versorgung der riesigen Bevölkerungen mit Lebensmitteln bringt große Herausforderung mit sich. Der wachsende Wohlstand hat bereits ein enormes Tempo aufgenommen und wird somit auch den Banken-Sektor beflügeln. Weitere dynamische Chancen sieht Pilny in den Bereichen Umwelttechnologie, erneuerbare Energien, Reinigungstechnologie, Filteranlagen, Sensoren, Wasseraufbereitungsanlagen, Medizintechnik, regionale Energie sowie Vernetzung und Robotik, wofür zum Beispiel Taiwan eine sehr gute Investitionslandschaft bietet.

Im zweiten Teil des Artikels möchte ich gern darauf eingehen, wie man sinnvoll in Asien investieren kann. Getreu meiner Dividendenstrategie möchte ich auch hier auf gesunde und expandierende Unternehmen setzen und sie kaufen, wenn sie unterbewertet sind. Dazu erwarte ich auch hier eine solide Dividenden-Kontinuität. Und da stoßen wir direkt auf die ersten Probleme. Gute Ausschüttungshistorien, regulierte Märkte oder auch transparente Unternehmenseinblicke sind nicht üblich in der asiatischen Welt.

Gerade große und bekannte Marktführer aus der westlichen Welt, haben es durch Joint-Ventures oder Übernahmen asiatischer Firmen mitunter leichter in Asien Fuß zu fassen. Die Suche nach Aktien ist also keineswegs auf rein asiatische Aktien beschränkt, sondern umfasst ebenso global agierende Unternehmen mit einem dynamisch wachsenden Asiengeschäft. Aber versuchen wir uns ein erstes Bild zu machen und nach Lösungen zu suchen, wie wir dennoch effektiv in Asien investieren könnten.

Einfach an asiatischen Börsen investieren?

Der übliche Weg kann sein, sich asiatische Indizes anzuschauen und nach interessanten Unternehmen zu durchsuchen. Ich würde hier beginnen nach der Marktkapitalisierung zu sortieren und mir die größten Werte eines jeden Landes anzuschauen. Findet man so spannende Unternehmen und fällt irgendwann die Entscheidung eine Order zu platzieren, merkt man schnell, dass es in der Praxis nicht so einfach ist bzw. einige Dinge beachtet werden müssen.

Liquidität und Handelbarkeit sind nicht immer gegeben. Weltweit bekannte Aktien wie Alibaba, Tencent oder Xiaomi stellen hier weniger ein Problem dar. Schwieriger wird es bei Werten, die beispielsweise nur an asiatischen Börsen und in der Landeswährung gehandelt werden können. Hier fehlt vielen Brokern der Zugang zu asiatischen Börsen oder der Handel bringt höhere Gebühren mit sich. In jedem Fall ist hierfür oft ein spezieller Broker nötig.

Eine erste Anlaufstelle sind weltweit aufgestellte Broker wie Interactive Brokers sowie deren Introducing Broker LYNX oder CapTrader. Sie ermöglichen den Zugang zu den wichtigsten asiatischen Märkten wie beispielsweise dem Shanghai Stock Exchange Composite Index (SSE), dem Chinese Securities Index 300 (CSI300) oder dem Hang-Seng Index (HSI). Hier werden aggregiert die liquidesten Titel aus Asien in unterschiedlichen Kategorien gehandelt. Insgesamt sind dies immerhin fast 2.000 Titel.

A-Shares, B-Shares, H-Shares und ADRs

Beim Handel mit asiatischen Aktien außerhalb von Asien ist bei der Auswahl besonders auf die Aktiengattung zu achten. Als A-Werte versteht man diejenigen Werte, die an den Börsen in der Heimatwährung gelistet und gehandelt werden. Mit einem entsprechenden Inlandsbroker ist es mittlerweile auch ausländischen Investoren möglich diese Werte zu handeln. Wer allerdings nicht vor Ort ist um sich ein Depot zu eröffnen, wird diese Option nicht nutzen können.

Als B-Werte werden die Aktien betitelt, die an den Börsen in Shanghai und Shenzhen in ausländischer Währung gehandelt werden. Sie können ausschließlich von ausländischen Investoren dort gehandelt werden, wobei die Währung entweder USD (Shanghai) oder HKD (Shenzhen) ist. In Shanghai gibt es mit dem SSE B Share Index dafür sogar einen eigenen Index. Ähnlich wie die B-Werte sind die H-Werte diejenigen, die in Hong Kong an der Börse in HKD gehandelt werden.

Eine häufig auftauchende Alternative sind die sogenannten American Depositary Receipt, kurz ADR. Während die vorgenannten Shares allesamt den Besitz einer Aktie in Fremdwährung bedeuten, ist das ADR lediglich ein Finanzinstrument, eine Art Zertifikat. Dieses berechtigt eine Aktie zu kaufen, ist aber keinesfalls eine direkte Beteiligung am Unternehmen. Gehandelt werden diese mitunter auch an US-Börsen.

Quellensteuer in Asien

Die Quellensteuer spielt natürlich auch in Asien eine Rolle. Ähnlich wie bei bekannten westlichen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, Schweiz, Spanien und Kanada, sollte man auch in Asien darauf achten, dass eingehende Dividendenerträge nicht übermäßig mit höheren Quellensteuern belegt werden. Wichtig hierbei ist, dass die gezahlte Quellensteuer, wenn möglich, komplett auf die deutsche Steuer angerechnet werden kann. Alles andere mindert nur die Ertragsrendite.

Daher gilt auch bei Investments in Asien auf die Quellensteuer zu achten. Eine erste Anlaufstelle sollte immer das Bundeszentralamt für Steuern sein. Jährlich werden hier sämtliche Länder aufgelistet und aktualisiert. Man sieht wie hoch die Quellensteuerbelastung ausfällt und wie viel davon auf die deutsche Steuer angerechnet wird.

Demnach sind für mich vor allem Hong Kong, Malaysia, Singapur und Vietnam interessant, da sie allesamt 0% Quellensteuer auf Dividenden erheben. Des Weiteren sind Quellensteuern bis 15% vertretbar, wenn sie vollumfänglich angerechnet werden. Die Philippinen, Indonesien und Kambodscha rücken für mich mit Steuerabzügen von mehr als 15% in den Hintergrund. Es macht daher Sinn, vor einem Investment in der Liste des Bundeszentralamtes für Steuern die Thematik der Quellensteuer auf Dividendenerträge zu überprüfen.

Das Problem bei der Aktienauswahl

Mit meiner Dividendenstrategie suche ich marktführende Unternehmen, die unter anderem eine hohe Dividenden Kontinuität aufweisen und über eine gewisse unternehmerische Historie verfügen. In einem noch jungen asiatischen Markt ist die Auswahl von passenden Dividendenaktien daher etwas schwierig.

Asiatische Leader mit globalem Engagement und solider Dividendenhistorie ala Procter & Gamble, AbbVie, Exxon oder AT&T sind nur schwer auszumachen. In der uns bekannten breiten Börsenpresse liegt der Fokus meist auf den stark expandierenden asiatischen Werten, die in der Regel noch sehr jung sind und meist nicht mal eine Dividende zahlen.

Ein Blick auf die lange Historie von Dividenden Aristokraten zeigt schnell den Unterschied. Dividendenhistorien reichen in Amerika teilweise bis zu 100 Jahren und mehr zurück. Einen vergleichbaren Wert gibt es im asiatischen Raum einfach nicht, da sich die Volkswirtschaften wie im ersten Teil des Artikels berichtet, erst in den letzten zwei, drei Jahrzehnten expansiv entwickelten. Und während einer solchen Boom-Phase liegt der Fokus in der Regel auf starkem Wachstum und weniger auf Dividendenzahlungen.

Insofern möchte ich im weiteren Verlauf gerne unterschiedliche Werte vorstellen, die für ein Investment in Asien in Frage kommen können. Der Fokus sollte auch hier auf einer hohen Marktkapitalisierung liegen und die Unternehmen sollten auch über eine vertretbare Dividendenhistorie verfügen.

Ich unterscheide hier zwischen drei unterschiedliche Investitionsoptionen. Direktinvestments in Asien, Investments in Einzelwerte mit hohem Asien Anteil und schlussendlich auch die Möglichkeit mittels ausschüttenden ETFs seinen asiatischen Depotanteil zu steigern.

Direktinvestments in Asien

An dieser Stelle möchte ich nur beispielhaft einzelne Werte kurz vorstellen. Dies soll zeigen, was es für interessante Werte bereits in Asien zu finden gibt und dass es sich lohnt genauer danach zu suchen. Es gibt noch viel mehr spannende Unternehmen und in den nächsten Wochen und Monaten werde ich weitere Unternehmen in die Dividenden-Alarm Liste mit aufnehmen. Dividenden-Alarm Mitglieder können mir gern passende Vorschläge zusenden. Wichtig wäre eine Marktkapitalisierung im Milliarden Bereich in USD oder EUR gerechnet sowie eine solide Dividendenzahlung in den letzten Jahren.

Taiwan Semiconductor Manufacturing – einer der größten Halbleiter-Hersteller

Land: Taiwan
WKN: 909800
ISIN: US8740391003
Investor Relations
TraderFox Aktien-Terminal
TSMC ist im Halbleitergeschäft tätig und produziert entlang der Patente vieler namhafter Unternehmen. Gegründet als Joint Venture zählt es heute zu den größten Halbleiter-Herstellern weltweit. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 50 Mrd. USD ist TSMC ein Schwergewicht im Markt und schüttet als etabliertes Unternehmen auch seit vielen Jahren eine Dividende aus. Die Umsatzzuwächse sind seit einigen Jahren auf einem vergleichsweise geringen Niveau, was gleichzeitig zu einer Stagnation bei der Ertragslage sorgt.

Anta Sports – Konkurrenz für Adidas und Nike

Land: China
WKN: A0MVDZ
ISIN: KYG040111059
Investor Relations
TraderFox Aktien-Terminal
Anta Sports aus China wurde 1994 gegründet und ist vor allem im Bekleidungs- und Textilbereich tätig. Das Unternehmen dürften die wenigstens von uns kennen. Einige Marken allerdings schon. Seit Ende 2018 ist Anta Sports unter anderem im Besitz der Hersteller von Wilson-Tennisschlägern und Atomic-Skiern. Man kann davon ausgehen, dass die Chinesen durch das Einsammeln von weiteren Marken, auch in Zukunft dynamisch wachsen werden.

Mittlerweile erreicht das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 35 Mrd. USD, erwirtschaftet höhere Umsätze als Adidas und zahlt, wenn auch nicht mit guter Kontinuität, eine Dividende. 2019 wurden mit rund 30.000 Mitarbeitern Umsätze in Höhe von 38,5 Mrd. USD erlöst, wovon 6,0 Mrd. USD als Gewinn übrigblieben. Das spricht für ein profitables Geschäftsmodell. Der Blick auf das Umsatzwachstum der letzten 5 Jahre ist beeindruckend. Um ganze 30% konnte der Umsatz jährlich im Schnitt gesteigert werden. Adidas konnte im gleichen Zeitraum „nur“ um 10% beim Umsatz pro Jahr zulegen. Nike, als einer der größten Player im Markt mit einer Kapitalisierung von 215 Mrd. USD, konnte seinen Umsatz nur um 4% pro Jahr steigern. Insofern ist Anta Sports durchaus ein Titel der mit den Großen aus der Branche mithalten kann.

DBS Group – Eine Bankengruppe für Asien

Land: Singapur
WKN: 880105
ISIN: SG1L01001701
Investor Relations
TraderFox Aktien-Terminal
Mit der HSBC habe ich bereits eine Bank in meinem Depot, die über ein sehr starkes Asiengeschäft verfügt. Die DBS Group hingegen ist noch fokussierter und in 18 asiatischen Märkten präsent. Die in Singapur sitzende Gesellschaft ist vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert und legte zudem im Jahr 2002 den ersten REIT in Singapur auf.

Ein Blick auf den Bilderbuch-Chart der Geschäftsentwicklung, lässt ähnlich wie bei Anta Sports, auf ein sehr qualitatives Unternehmen blicken. Bei einem Umsatz (2019) in Höhe von 21 Mrd. USD konnte ein Gewinn von 6,3 Mrd. USD erzielt werden. Zum Vergleich: Die HSBC erwirtschaftete einen weitaus höheren Umsatz mit 74 Mrd. USD, aus dem sie allerdings einen deutlich geringeren Gewinn von nur 4,8 Mrd. USD erzielen konnte.

CK Hutchison Holding – das größte Konglomerat an der Hong Kong Stock Exchange

Land: Hongkong
WKN: A14QAZ
ISIN: KYG217651051
Investor Relations
TraderFox Aktien-Terminal
Die CK Hutchison Holding ist mehr ein Konglomerat und aufgeteilt in fünf Kernthemen: Seehäfen inkl. der damit verbundenen Dienstleistungen, Einzelhandel, Infrastruktur, Energie und Telekommunikation und operiert so in über 50 Ländern mit seinen 300.000 Mitarbeitern.

Bei den Infrastrukturbeteiligungen ist alles dabei was man sich nur vorstellen kann. Wasser, Gasnetze, Häfen, Parkhäuser sowie Stromnetze. Im Jahr 2019 verzeichnete die CK Hutchison Holdings allein mit ihren Mobilfunk-Beteiligungen (3Group sowie Hutchison Telecommunications Asia & Hongkong) insgesamt über 90 Millionen Kunden. Ein bekanntes deutsches Investment ist auch enthalten. Über die Einzelhandelskette AS Watson Group (16.000 Filialen in 27 Ländern) hält man einen 40% Anteil an der deutschen Drogeriekette Rossmann.

Es gibt noch viele weitere interessante Unternehmen

An dieser Stelle wollte ich nur einige besondere Werte exemplarisch kurz hervorheben. Die teilweise eher unbekannten Unternehmen, sind bereits sehr stark unterwegs und erzielen mitunter bessere Ergebnisse als vergleichbare Unternehmen, die uns Investoren bekannt sind. Es bieten sich so erste Möglichkeiten bestimmte Kategorien mit asiatischen Einzelwerten aufzufüllen. Aber es gibt noch viele weitere Kandidaten und ich möchte nach und nach interessante Asienwerte auch im Dividenden-Alarm aufnehmen.

Wer sich auf die Suche nach weiteren interessanten Unternehmen begeben möchte, der kommt um eine größere Recherche nicht herum. Ein Anfang könnte die Liste der größten Unternehmen in Asien sein. Es gibt aber auch vergleichbare Listen zu einzelnen Ländern wie Singapur, China, weiteren Ländern oder sogar auch zu Regionen wie Südostasien.

Investments in Einzelwerte mit hohem Asien Anteil

Eine weitere Möglichkeit seinen Asienanteil im Depot zu erhöhen bieten Unternehmen, die bereits stark in Asien tätig sind, aber ihren Sitz in einem anderen Teil der Welt haben. Vorzugsweise können dies Unternehmen sein mit einer hohen Marktführerschaft in ihrer Branche oder weltweit bekannten Marken.

Ein solches Unternehmen ist die global agierende HSBC Bank. Ihr Ursprung liegt sogar in Asien. Sie ist spezialisiert auf die Finanzierung von Wachstumsmärkten und 2019 steuerte das Asiengeschäft rund 80% zum Firmenerfolg bei.

Fliegt man um die Welt, an einen Ort an dem man vorher noch nie war, dann sind in der Regel Coca-Cola und McDonalds schon längst da. Die weltweite Expansion wird schon seit vielen Jahren vorangetrieben und so hat McDonalds zum Beispiel nach den USA die meisten Filialen in China und Japan.

Wirtschaftlicher Aufschwung bedeutet Wohlstand. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass das Luxusmodehaus Hermes mittlerweile fast 60% seines Umsatzes in asiatischen Ländern erzielt. Die stark steigenden Umsätze passen zum steigenden Bruttoinlandsprodukt der Länder, wohingegen die Umsätze in Europa und den USA deutlich fallen.

Prudential plc, eine britische Versicherungsgesellschaft, verdiente 2019 fast 90% ihres Einkommens in Asien. Bedingt durch die Corona-Pandemie sank dieser Anteil im Jahr 2020, wenngleich das Asiengeschäft weiterhin die Haupteinnahmequelle ist.

Unbedingt ist an der Stelle auch Siemens zu nennen, die in Asien an vielen Wirkungsstätten eine Vorreiterrolle einnehmen. Mit fast 25% ist der Umsatzanteil des Asiengeschäfts allerdings noch deutlich geringer als bei den vorgenannten Firmen. Mit Blick auf die generelle Umsatzverteilung bei Siemens, werden lediglich 16% in Deutschland erzielt.

Die Carl Zeiss Meditec wächst ebenfalls seit Jahren dank eines starken Asiengeschäfts. Mit einem Anteil von rund 40% am Umsatz ist der Schwerpunkt sofort ersichtlich, zumal höher margige Produkte in Asien mehr Zulauf finden als auf dem globalen Markt. Folglich entsteht auch der größere Anteil der Marge an den Medizinprodukten im asiatischen Raum.

ETFs als Alternative um Asien im Depot höher zu gewichten

Auch wenn ich mich im Jahr 2018 von meinen ETFs getrennt habe – nachlesen kannst du dies gern nochmal in diesem Artikel – so bietet es sich gerade für das Thema Asien an, mittels ETFs seinen Depotanteil für diese Region in der Breite zu erhöhen.

Es ist eben oftmals schwierig an transparente Informationen zu kommen. Teils steht dem auch ein staatlich gelenkter Kapitalismus im Weg. Freie Marktwirtschaft wird in Asien oftmals anders definiert. Auf der einen Seite profitieren asiatische Unternehmen von einer starken politischen Rückendeckung, auf der anderen Seite kann dies aber Nachteile für ausländische Investoren mit sich bringen. So haben es gerade westliche Unternehmen nicht leicht, zum Beispiel in China, ohne Joint Ventures zu investieren und zu expandieren. Entscheidungen müssen hier immer zwischen Wachstum und Knowhow-Verlust abgewogen werden.

Hier einen Überblick zu behalten und sich die eigenen Investitionen in Sicherheit zu wiegen, ist gerade für uns Kleinanleger mitunter schwer. So zeigt das Beispiel von Luckin Coffee (Vorwurf: Fälschung finanzieller und operativer Zahlen), dass man eigentlich nichts weiß von vielen asiatischen Unternehmen. Es kann daher von Vorteil sein, sich hier auf professionelle und institutionelle Anleger zu verlassen, da sie oftmals weit mehr Möglichkeiten haben ihre Investments zu überprüfen und zu verifizieren. Zudem sind ETFs immer auch ein Korb von zahlreichen Wertpapieren und somit deutlich weniger dem Risiko von Einzelausfällen ausgesetzt. Gleichzeitig partizipiert man in der Breite im asiatischen Raum und man geht dem Punkt der höheren Transaktionskosten aus dem Weg.

Große ETFs mit Ertragsausschüttung zu finden ist nicht leicht

Jetzt könnte man meinen, dass es easy wäre, sich zwei oder drei unterschiedliche ETFs mit Asien-Thematik herauszusuchen. Ist es aber nicht, vor allem wenn der Fokus auf einer Ausschüttung liegt. Beginnt man mit der ETF-Suche auf dem Portal Just-ETF.com und wählt als Themenfeld Asien aus, werden schon mal nur 22 ETFs gefunden. Selektieren wir dann noch, dass wir ausschüttende ETFs gefiltert haben wollen und auch das Fonds-Volumen soll mindestens 500 Millionen Euro betragen, bleiben sage und schreibe 2 ETFs übrig. Das Ergebnis kannst du dir hier ansehen.

Übrig geblieben sind der Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF Distributing (ISIN: IE00B9F5YL18 | +9% im Jahr 2020) und der iShares MSCI AC Far East ex-Japan UCITS ETF (ISIN: IE00B0M63730 | 14% im Jahr 2020). Wer auf ausschüttende ETFs verzichten oder geringe Fonds-Volumen akzeptieren kann, wird bei seiner Suche noch weitere ETFs finden. Alles in allem ist es nicht leicht, hier passende und auch erfolgreiche ETFs zu finden, die auch in Summe einen Großteil der gewünschten Kriterien entsprechen. Dennoch möchte ich euch beispielhaft drei ETFs näher vorstellen.

SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats

ISIN: IE00B9KNR336 | -9,5% im Jahr 2020 | Just-ETF-Profil

Der ETF mit Aristokraten Thematik bietet Zugang zu Aktien aus der Asien-Pazifik Region, deren Dividenden in den letzten 7 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind. Insgesamt ist der ETF mit einem Volumen von 170 Millionen USD leider nicht sonderlich stark bestückt. Die Total Expense Ratio (TER) liegt mit 0,55% in einem akzeptablen Bereich für einen ETF, vor allem, wenn man wenig Alternativen hat. Auf der Webseite des ETF-Anbieters findet man im Downloadbereich jeweils die aktuellste Zusammensetzung der Einzelwerte.

Christian W. Röhl stellte diesen ETF bereits in seinem Buch Cool bleiben und Dividenden kassieren vor. Er korrigiert dort allerdings richtiger Weise, dass die Begrifflichkeit von Dividenden Aristokraten für diesen ETF anders definiert und die Einstiegshürden von 25 Dividendenanhebungen in Folge auf 7 Jahre gesenkt wurde. Ein Blick in die ETF Zusammensetzung zeigt allerdings, dass die Hälfte des ETFs Japan (30%) und Australien (22%) investiert wurden. China ist mit 11% und Hong Kong mit 20% vertreten. Danach folgen Taiwan mit 6,3%, und Singapur mit 2,8%. Die restlichen 10% verteilen sich nahezu gleich auf Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Südkorea und Thailand. Die Zusammensetzung bietet relativ wenig des neuen Asiens. Dazu ist das Fondsvolumen sehr gering und die 5-Jahres-Performance mit 32% nur mittelmäßig.

iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF

ISIN: IE00B14X4T88 | -17,8% im Jahr 2020 | Just-ETF-Profil

Dieser durchaus bekannte ETF bietet Zugang zu den 50 Aktien mit den höchsten Dividendenzahlungen aus den entwickelten Volkswirtschaften der Region Asien-Pazifik. Der ETF erzielte zuletzt eine Ausschüttungsrendite von 3,5% und hat eine andere Aufteilung gewählt, als der zuvor genannte Aristokraten ETF. Investiert werden 40% in Hong Kong, 23% in Australien und 19% in Japan. Singapur als Finanzmetropole spielt hier mit weiteren 11% eine größere Rolle. Allerdings gehen China und Neuseeland mit den restlichen Prozenten damit fast unter. Einen wirklich hohen Asienanteil vermisst man hier ebenso. Bei der Sektorenbetrachtung dominieren Finanzen mit 32% und Immobilien mit 21%. Der ETF hat ein Volumen von rund 314 Mio. USD und die TER beträgt 0,59%. Die Performance der letzten 5 Jahre beträgt inkl. der Ausschüttungen nur magere 9,4%.

iShares MSCI AC Far East ex-Japan UCITS ETF

ISIN: IE00B0M63730 | 12,3% im Jahr 2020 | Just-ETF-Profil

Der MSCI AC Far East ex Japan Index bietet Zugang zu den Aktienmärkten der Industrie- und Schwellenländer Ostasiens, schließt allerdings Japan aus. Der ETF ist mit einem Volumen von fast 2 Mrd. EUR vergleichsweise groß. Seine Ausschüttungsrendite liegt allerdings nur bei rund 1,15% und die TER beträgt höhere 0,74%. Die Gebühren fressen faktisch die Ausschüttung auf.

Bei der Zusammensetzung wartet dieser ETF hingegen mit richtig viel Asien auf: China 43%, 16% Südkorea und 16% in Taiwan. Weitere Länder sind Hong Kong (8%), Singapur (2,7%) und Thailand (2,4%) und ein kleiner Teil Indonesien und Malaysia runden den ETF ab. Die Sektorenverteilung ist mit 22% IT, 21% Finanzen und 13% Kommunikation zukunftsweisend verteilt. 20% des ETF werden in zyklische Konsumgüter investiert. Etwas verwirrend ist ein 6% Anteil aus Irland. Dieser ergibt sich aber aus einem Anteil am MSCI China A ETF, dessen Fondsdomizil in Irland liegt. Der ETF bietet zwar keine hohe Ausschüttung, dafür aber eine sehr gute asiatische Diversifikation und eine gute 5-Jahres-Performance von 65% inklusive der Ausschüttungen. Aktuell mein Favorit, auch wenn die Kosten überdurchschnittlich hoch sind.

Ein Investment in Asien ist ein absolutes Muss

Wer das Buch Asien 2030 gelesen hat, wird unweigerlich zu dem Ergebnis kommen, dass die Zukunft des weltweiten Wirtschaftsbooms in Asien stattfinden wird. Die Entwicklung wird nicht erst kommen, sondern sie läuft bereits seit Jahren.

Die genannte Auswahl von Investitionsmöglichkeiten zeigt, dass es a) genügend Optionen gibt um von der Entwicklung in Asien zu partizipieren und dass es b) nicht leicht ist hier aufs richtige Pferd zu setzen. Am Ende macht es die Mischung.

Auch ich werde meine neuen Investments mit all den genannten Möglichkeiten ausrichten. In meinem persönlichen Handout mit dem ich meine Aktien-Investments überprüfe, habe ich bereits den Passus hinzugefügt, dass ich in Zukunft ein Unternehmen dahingehend überprüfe, ob es bereits signifikante Umsätze in Asien erzielt. Auch eine Überprüfung meiner aktuellen Depotwerte ist in Planung. So kann ich anhand passender Werte mit hohem Asienanteil erkennen, wie hoch mein derzeitiger Asienanteil ist.

Zwangsläufig werde ich für dieses Thema auch mit ETFs arbeiten und auch einzelne, vor allem sehr große, asiatische Werte aufnehmen, auch wenn es keine wirklichen Dividenden Aristokraten gibt. Im Fokus stehen sollte daher zumindest eine solide und kontinuierliche Dividendenzahlung.

Im Zuge dieses Artikels habe ich alle genannten Werte bereits im Dividenden-Alarm aufgenommen. Anhand der verlinkten Listen sowie der Vorschläge meiner Mitglieder, werde ich den Anteil asiatischer Werte im Dividenden-Alarm in den kommenden Wochen weiter ausbauen.